"Regenschirm"-Protest in Hongkong | Bildquelle: dpa

Urteil in Hongkong "Regenschirm"-Aktivisten verurteilt

Stand: 09.04.2019 07:44 Uhr

Für mehrere Wochen legten 2014 die "Regenschirm"-Demonstranten das Leben in Hongkong lahm. Nun sind neun Anführer verurteilt worden. Menschenrechtler kritisieren ihre Verfolgung.

Viereinhalb Jahre nach der "Regenschirm-Bewegung" für mehr Demokratie in Hongkong sind neun Anführer der damaligen Proteste schuldig gesprochen worden. Ein Gericht der chinesischen Sonderverwaltungsregion verhängte die Urteile wegen Aufwiegelung und zum Teil auch Verschwörung zur Störung der öffentlichen Ordnung. Das Strafmaß wurde zunächst nicht mitgeteilt. Möglich sind bis zu sieben Jahre Haft.

Der Prozess ist der bisher größte gegen führende Teilnehmer der prodemokratischen Bewegung, die 2014 Teile der asiatischen Wirtschafts- und Finanzmetropole wochenlang lahmgelegt hatte. Er stieß auf scharfe Kritik von internationalen Menschenrechtsgruppen wie Amnesty International, die vor "einschüchternden Auswirkungen" auf die freiheitliche Gesellschaft Hongkongs warnten.

Die Anführer der "Regenschirm-Bewegung", Chu Yiu Ming (links), Chan Kin Man und Benny Tai | Bildquelle: dpa
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Die Anführer der "Regenschirm-Bewegung", Chu Yiu Ming (links), Chan Kin Man und Benny Tai

Neun Angeklagte

Unter den Verurteilten sind der prominente Juraprofessor Benny Tai, ein Soziologie-Professor im Ruhestand, ein ehemaliger und zwei aktive Parlamentarier, zwei studentische Anführer und ein politischer Aktivist. Sollten die Abgeordneten länger als einen Monat ins Gefängnis gehen, würden sie ihren Parlamentssitz verlieren.

Juraprofessor Tai hatte vor Beginn des Verfahrens im November vor seinen Studenten angekündigt, notfalls ins Gefängnis zu gehen.

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"Regenschirm-Revolution": Aufstand in Hongkong (September 2014)

Demonstranten blockieren die Zugänge zum Regierungssitz

Bei den Protesten in Hongkong blockierten Demonstranten die Zugänge zum Regierungssitz.

Ex-Kolonie mit besonderem Status

Seit ihrer Rückgabe 1997 an China wird die frühere britische Kolonie nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" autonom als eigenes Territorium regiert. Als Reaktion auf die Proteste hatte die kommunistische Führung in Peking aber die Zügel im Umgang mit Hongkong angezogen. Die Bewegung bekam ihren Namen von den Regenschirmen, die die Demonstranten gegen das Tränengas der Polizei und die brennende Sonne oder den Regen einsetzten, während sie 79 Tage lang friedlich wichtige Straßenzüge besetzt hielten.

Ausgangspunkt der Demonstrationen war die Auswahl der Spitzenkandidaten durch die Zentralregierung gewesen. Die Hongkonger Gouverneurin Carrie Lam wird allgemein als Marionette der Regierung in Peking wahrgenommen.

Neun "Regenschirm"-Aktivisten schuldig gesprochen
tagesschau 09:00 Uhr, 09.04.2019

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. April 2019 um 08:00 Uhr in den Nachrichten.

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