Ein Demonstrant entzündet eine Kerze bei einer Mahnwache in Hongkong für den am Wochenende verunglückten Studenten. | Bildquelle: JEROME FAVRE/EPA-EFE/REX

Unruhen in Hongkong "Tragt heute und morgen schwarz!"

Stand: 08.11.2019 15:31 Uhr

Trauer und neue Gewalt vermischen sich in Hongkong nach dem Tod eines Studenten. Anhänger der Demokratiebewegung machen die Polizei dafür verantwortlich, dass der 22-Jährige von einem Parkhaus stürzte.

Von Benjamin Eyssel, RBB, zzt. Hongkong

An der Hochschule des verunglückten Studenten, der Hongkonger Wissenschafts- und Technologieuniversität HKUST, hat es am Rande einer Abschlusszeremonie spontane Trauerbekundungen gegeben. Viele Studierende verlangten, dass der Tod des 22-Jährigen aufgeklärt wird. Bislang sind die genauen Umstände ungeklärt.

"Ich bin traurig, weil er der Erste ist, der direkt bei den Protesten ums Leben gekommen ist", sagte der 27-jährige Student Joe Kwok der Nachrichtenagentur Reuters. "Dazu kam er noch von dieser Uni. Und so wurde die Abschlussfeier zu einer Trauerveranstaltung. Aber wir müssen trotzdem weitermachen. Auch wenn wir Tränen in den Augen haben."

Alex Chow | Bildquelle: AP
galerie

Demonstranten halten bei der Abschlussgfeier an der Uni ein Foto des verunglückten Studenten in die Höhe.

Neben einem Trauermarsch auf dem Campus und einem Schweigemoment kam es auch zu Ausschreitungen. Mehrere Studierende schlugen Fenster ein, verwüsteten eine Cafeteria und sprühten Forderungen an die Wände.

Weitere Proteste angekündigt

Auch in der Stadt gab es mehrere spontane Proteste. Aktivisten blockierten unter anderem eine Straßenkreuzung und brachten teilweise den Verkehr zum Erliegen. Für den Abend, die Nacht und die kommenden Tage sind weitere Trauerveranstaltungen und Demonstrationen angekündigt - die wenigsten davon sind von den Behörden genehmigt.

Erneut Proteste in Hongkong nach Tod eines Studenten
tagesschau 12:00 Uhr, 08.11.2019

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Als Zeichen der Trauer und aus Solidarität forderte der Demokratieaktivist Joshua Wong vor Reportern die Hongkonger auf, heute und morgen schwarz zu tragen. "Außerdem ist jetzt die Zeit gekommen, dass die Regierung eine unabhängige Untersuchung einleitet", sagte Wong. Ein Ausschuss zur Polizeigewalt - das ist eine der Kernforderungen der Demonstranten.

Nach mehreren Tagen im Krankenhaus gestorben

Der verunglückte Student war in der Nacht von Sonntag auf Montag mit einer schweren Kopfverletzung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Heute früh stellten die Ärzte seinen Tod fest. Der 22-Jährige war am Wochenende am Rande von gewaltsamen Zusammenstößen zwischen pro-demokratischen Demonstranten und der Polizei in einem Parkhaus im Stadtteil Sai Kung vier Meter in die Tiefe gestürzt.

Die Polizei hatte ganz in der Nähe Tränengas eingesetzt, um Demonstranten auseinanderzutreiben. Aktivisten beschuldigen die Beamten, Schuld am Tod des Studenten zu sein. Diese bestreiten das. Unklar ist auch, warum die Rettungskräfte länger brauchten als sonst, um an den Unfallort zu gelangen.

Eine sichtlich mitgenommene Polizeisprecherin versprach, es werde alles getan, um den Todesfall lückenlos aufzuklären. Alle relevanten Informationen würden vor einem Gericht zusammengetragen werden.

Die Menschen in der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong gehen seit rund fünf Monaten auf die Straße - unter anderem für mehr demokratische Rechte. Immer wieder kommt es dabei auch zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Aktivisten und der Polizei.

Hongkong: Proteste und Ausschreitungen nach Tod eines Studenten
Benjamin Eyssel, RBB, zzt. ARD Hongkong
08.11.2019 14:46 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete B5 Aktuell am 08. November 2019 um 14:20 Uhr.

Darstellung: