Die Polizei setzt Tränengas gegen Demonstranten ein | Bildquelle: dpa

Generalstreik in Hongkong Polizei feuert Tränengas auf Aktivisten

Stand: 05.08.2019 12:42 Uhr

In Hongkong geht die Polizei erneut gegen Demonstranten vor. Sie setzte dabei auch Tränengas ein. Ein Generalstreik von Regierungskritikern legte den Verkehr in der Metropole lahm.

Die Protestwelle in Hongkong gegen Regierungschefin Carrie Lam und den Einfluss Chinas hat einen neuen Höhepunkt erreicht.  Nach den Massenprotesten am Wochenende haben Regierungskritiker weite Teile der Stadt mit einem Generalstreik lahmgelegt.  

Im Stadtteil Wong Tai Sin blockierten Hunderte Demonstranten eine Straße. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Blockade aufzulösen. 82 Menschen wurden festgenommen. Regierungschefin Lam wandte sich zum ersten Mal seit zwei Wochen an die Öffentlichkeit. Sie lehnte die Forderung der Demonstranten nach ihrem Rücktritt ab. Die jüngsten Proteste hätten die Stadt an den "Rand einer sehr gefährlichen Situation" gerückt, sagte Lam bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Sie warnte, die Regierung werde resolut die öffentliche Ordnung sicherstellen. Auch den vollkommenen Verzicht auf das ausgesetzte Gesetz zur Auslieferung Verdächtiger an China will Lam nicht zusagen.

Massive Proteste gegen die China-nahe Regierung in Hongkong
tagesschau 17:00 Uhr, 05.08.2019, Tamara Anthony, ARD Peking

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Auf den Straßen geht nichts mehr

Maskierte Demonstranten blockierten an mehreren Metro-Bahnhöfen Zugeinfahrten. Pendler steckten auf gerammelt vollen Bahnsteigen fest und kamen nicht mehr zur Arbeit. Manche mussten medizinisch behandelt werden. Am Flughafen der Stadt mussten 200 Flüge gestrichen werden, da sich zahlreiche Mitarbeiter für den Streiktag krankgemeldet hatten. Betroffen sind vor allem Flüge nach Festlandchina und in andere Teile Asiens, aber auch einige nach Europa. Die Schnellbahn zum Hongkonger Flughafen stellte am Vormittag den Betrieb ein. Auf den Straßen bildeten sich lange Staus.

Demonstranten in Hongkong versuchen, mit Barrikaden den Verkehr lahmzulegen. | Bildquelle: dpa
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Der Verkehr in der Millionenmetropole Hongkong steht still. Aktivisten blockierten Straßen und versperrten die Eingänge der Metro-Bahnhöfe.

Im Einkaufsviertel Causeway Bay blieben einige Geschäfte geschlossen und die Rollgitter vor den Schaufenstern heruntergelassen. Viele Firmen und Läden gaben ihren Beschäftigten frei. In anderen Unternehmen nahmen die Mitarbeiter einen Urlaubstag.

Polizeiwachen wurden belagert

Nach Angaben der Streik-Organisatoren wollten mindestens 24.000 Menschen aus 20 Sektoren die Arbeit niederlegen. Die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" berichtete von 14.000. In der Nacht zum Montag hatte die Polizei bei gewaltsamen Zusammenstößen nach eigenen Angaben 44 Menschen festgenommen. Sie setzte wieder Tränengas ein, um die Proteste aufzulösen. Am Wochenende hatten Protestierer Polizeistationen belagert, Wände mit Lösungen besprüht und Schaufenster eingeworfen.

Demonstranten in Hongkong schirmen sich mit ab, um eine Ampel mit Farbe zu besprühen. So wollen sie den Verkehr lahmlegen. | Bildquelle: dpa
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Demonstranten in Hongkong schirmen sich mit Regenschirmen ab, um eine Ampel mit Farbe zu besprühen. So wollen sie den Verkehr lahmlegen.

Ausgangspunkt der seit Wochen anhaltenden Proteste in Hongkong war ein Gesetzentwurf zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China. Inzwischen richtet sich der Unmut der Menschen gegen die Polizeigewalt und den Einfluss der Volksrepublik. Vor allem kritisieren die Demonstranten Regierungschefin Lam wegen ihrer zu großen Nähe zur Regierung in Peking. Seit dem 9. Juni sind nach Polizeiangaben 420 Menschen in Gewahrsam genommen worden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. August 2019 um 21:00 Uhr.

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