Pro-demokratische Demonstranten marschieren mit blauen Masken, denen eine rote Hand mit chinesischer Flagge den Mund verschließt. | Bildquelle: dpa

Protestbewegung Hunderttausende marschieren durch Hongkong

Stand: 08.12.2019 13:08 Uhr

Seit genau einem halben Jahr geht in Hongkong die prodemokratische Protestbewegung auf die Straßen. Erneut versammelten sich Hunderttausende Demonstranten, die sich von Regierungschefin Lam überhört fühlen.

Ein halbes Jahr nach Beginn der Proteste in Hongkong sind erneut Demonstranten zu einem Protestmarsch zusammengekommen. Am Victoria Park im Zentrum Hongkongs versammelten sich am Nachmittag (Ortszeit) Hunderttausende Menschen, um in Richtung des Geschäftsviertels durch die Stadt zu ziehen. Die meisten von ihnen waren schwarz gekleidet, viele von ihnen riefen den Protestslogan "Freiheit für Hongkong" und hielten Schilder und Transparente mit ihren Forderungen in die Höhe.

Hongkong demonstriert weiter für mehr demokratische Rechte
tagesschau 13:15 Uhr, 08.12.2019, Daniel Satra, ARD Peking

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Für Regierungschefin Carrie Lam sei es die "letzte Chance", auf die Forderungen der Protestbewegung einzugehen, sagte der Aktivist Jimmy Sham von der Civil Human Rights Front (CHRF), die zu der Demonstration aufgerufen hatte. Erstmals seit Mitte August war eine Demonstration offiziell von der Polizei genehmigt worden. Die CHRF steht für gewaltlosen Protest und hatte sich von den heftigen Ausschreitungen der vergangenen Wochen distanziert. Die Sicherheitskräfte kündigten an, Gewalt nicht zu tolerieren.

Berichten des Rundfunksenders RTHK zufolge wurden im Vorfeld elf Menschen festgenommen und Messer, Schwerter, Schlagstöcke und Pfefferspray beschlagnahmt.

Zehntausende prodemokratische Demonstranten marschieren durch eine Straße im Zentrum Hongkongs. | Bildquelle: dpa
galerie

Zehntausende prodemokratische Demonstranten marschieren durch eine Straße im Zentrum Hongkongs.

"Die Regierung hört nicht zu"

Viele Protestteilnehmer äußerten sich verärgert darüber, dass Lam auch nach dem überwältigenden Wahlsieg der Demokratiebewegung bei den Kommunalwahlen Ende November keinerlei Zugeständnisse mache. "Egal, wie wir unsere Sichtweise zum Ausdruck bringen - die Regierung hört nicht zu", sagte ein Demonstrant der Nachrichtenagentur AFP. "Sie folgt nur den Anordnungen der chinesischen kommunistischen Partei."

Eric Lai, der Organisator der Demonstration, sagte: "Wir hoffen, dass das ein Zeichen für unsere Bewegung sein wird, um Carrie Lam und der Welt zu zeigen, dass die Menschen nicht aufgeben, dass sie weiterkämpfen für unsere Freiheit und Demokratie."

Ausschreitungen und Polizeigewalt

Die Proteste in Hongkong hatten vor einem halben Jahr begonnen - ursprünglich aus Ärger über ein geplantes Auslieferungsgesetz. Regierungschefin Lam hatte das Auslieferungsgesetz zwar zurückgenommen, war aber nicht auf andere Forderungen der Demonstranten eingegangen. Viele der Aktivisten werfen ihr vor, von Peking gesteuert zu werden.

Daraufhin entwickelten sich die Proteste zu einer Demokratiebewegung, die sich gegen den Einfluss Pekings auf die Sonderverwaltungszone Hongkong und deren Regierung richtet.

Die ehemalige britische Kolonie wird nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" autonom regiert; die sieben Millionen Einwohner genießen mehr Bürgerrechte als die Bewohner Festlandchinas, um die sie zunehmend fürchten.

Im Lauf der monatelangen Proteste kam es immer wieder zu heftigen Ausschreitungen und auch schweren Fällen von Polizeigewalt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Dezember 2019 um 10:00 Uhr.

Darstellung: