Polizei setzen Tränengas gegen Demonstranten in Hongkong ein. | Bildquelle: dpa

Proteste in Hongkong "Gewalt durch Polizei immer größer"

Stand: 29.09.2019 13:36 Uhr

In Hongkong demonstrieren erneut Tausende Menschen für mehr Demokratie. Am Rande der friedlichen Kundgebungen fliegen Steine. Die Polizei setzt Tränengas ein. Zu viel Gewalt, sagen Demonstranten.

Von Alfred Schmit, ARD-Hauptstadtstudio, zzt. Hongkong

Im Hongkonger Innenstadtviertel Wan Chai konzentriert sich heute der Protest. Mit lautem Gebrumm steht ein Polizei-Hubschrauber in der Luft über den Wolkenkratzern. Er tut nichts, er ist nur da. Und soll wohl signalisieren: Die Ordnungsmacht kann jederzeit eingreifen.

Weitere Zusammenstöße bei Protesten in Hongkong
tagesschau 17:15 Uhr, 29.09.2019, Katharina von Tschurtschenthaler, ARD Tokio

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Unten auf der Straße ärgert sich diese Demonstrantin nicht nur über den Lärm des Hubschraubers. Sie hat erneut erlebt, dass Polizisten gegen Protestierende mit grober Gewalt vorgehen und sagt:

"Sie benehmen sich nicht gut. Viel zu viel Gewalt-Einsatz. Das geht ja schon lange so, seit Monaten schon - und dann diese Sache mit dem Auslieferungsgesetz. Da hieß es immer, wir erfüllen eure Forderung, es zurückzuziehen. Aber da ist ja noch gar nichts passiert. Stattdessen haben wir es mit Polizeigewalt zu tun. Einfach grob. Das Ausmaß der Gewalt durch die Polizei wird ständig größer."

Polizisten verhaften einen Demonstranten in Hongkong. | Bildquelle: dpa
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Polizisten nehmen einen Demonstranten in Hongkong fest. Seit mehr als vier Monaten demonstrieren die Hongkonger gegen ihre eigene Regierung, die kommunistische Führung in Peking und ihren wachsenden Einfluss auf die chinesische Sonderverwaltungsregion.

Gesichtsmasken gegen Gesichtserkennung

Viele friedlich demonstrierende Menschen in Hongkong sind an diesem Wochenende frustriert. Einerseits weil wenige einzelne Demonstranten Steine und Brandsätze geworfen haben. Vor allem aber, weil sie die Polizei als übergriffig erleben.

Dieser Demonstrant spricht aus, was viele am fünften Jahrestag der Regenschirm-Bewegung empfinden: "Sie benehmen sich nicht korrekt, sie zeigen ihre Kennziffer nicht, also ihre Rückennummer zum Beispiel, sie sind gewalttätig. Sie ignorieren komplett, dass wir doch auch Rechte haben. Das ist einfach nicht in Ordnung."

Ein Demonstrant in Hongkong wirft eine Benzinbombe über eine Absperrung | Bildquelle: dpa
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Beobachtet von zahlreichen Fotografen: Ein Demonstrant wirft in Hongkong eine Benzinbombe über eine Absperrung.

Die Lage ist eskaliert und hat sich zum Schlechten gewendet. Anders als vor fünf Jahren tragen heute viele Menschen bei den Protesten Gesichtsmasken, als Schutz gegen Tränengas. Aber auch gegen mögliche Gesichtserkennung und aus Angst, von Behörden wiedererkannt zu werden.

Enttäuschung über nicht gehaltene Versprechen

Das Vertrauen zwischen Bevölkerung und Polizei ist zerrüttet. "Die meisten von uns sind friedlich", sagt ein Demonstrant. "Aber wenn die Regierung so gar nicht auf unsere Forderungen eingeht, müssen wir eben schon auch etwas Gewalt ausüben. Denn in drei Monaten haben sie überhaupt nichts getan. Die Rücknahme des Auslieferungsgesetzes, das die Proteste ausgelöst hat, wurde bislang nur versprochen, nicht vollzogen. Und es gibt keinen Termin dafür in der gesetzgebenden Versammlung. Das ist also nicht sicher."

Für die kommenden Tage sind weitere friedliche Proteste der Demokratiebewegung in Hongkong angekündigt. Ziel der Aktivisten ist es dabei auch, ein Zeichen zu setzen gegen die Zentralregierung in Peking. Denn die Volksrepublik China feiert am Dienstag den 70. Jahrestag ihrer Gründung.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 29. September 2019 um 15:00 Uhr.

Korrespondent

Alfred Schmit | Bildquelle: Jens Jeske/www.jens-jeske.de Logo SWR

Alfred Schmit, SWR

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