Ein junger Mann nimmt in Hongkong mit weißer Atemschutzmaske und buntem Regenschirm an den Protesten gegen die Regierung teil. | Bildquelle: AFP

Proteste in Hongkong Erneut säumen Schirme die Straßen

Stand: 28.07.2019 12:33 Uhr

Sie machen weiter: Nachdem es gestern in Hongkong zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstrierenden gekommen war, ziehen Tausende durch die Stadt. Auch ein Verbot hält sie nicht ab.

Seit rund anderthalb Monaten gehen die Bewohner in Hongkong wieder und wieder auf die Straße - für eine neue Regierung und gegen Polizeigewalt. Auch am Sonntag versammelten sich Tausende Menschen in einem Park im Stadtteil Central, um von dort laut Organisatoren bis in die Nähe der chinesischen Vertretung zu ziehen.

Tausende Hongkonger gehen erneut gegen Regierung auf die Straße
tagesschau 13:15 Uhr, 28.07.2019, Tamara Anthony, ARD Hongkong

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Schwere Zusammenstöße rund um Yuen Long

Auch diesen Protestmarsch hat die Polizei verboten, genau wie Demonstrationen rund um die U-Bahnstation Yuen Long, zu denen die Teilnehmer am Samstag zusammengekommen waren. Das Ziel war bewusst gewählt. Am vergangenen Wochenende waren an der Station Demonstrierende von Schlägertrupps attackiert worden. 45 Menschen wurden teils schwer verletzt. Hinter den Angriffen werden die sogenannten Triaden vermutet, mutmaßliche Mitglieder der chinesischen Mafia.

In den späten Nachmittagsstunden Ortszeit versuchte die Polizei schließlich, den Protest in den Straßen um Yuen Long aufzulösen. Es kam zu gewaltsamen Zusammenstößen, bei denen die Beamten Tränengas, Schlagstöcke, Gummigeschosse und Pfefferspray gegen Protestteilnehmer einsetzte. Angaben von Krankenhäusern zufolge wurden 24 Menschen verletzt. Zwei von ihnen lagen demnach auch am Sonntag noch mit schweren Verletzungen in Kliniken. 13 Menschen wurden laut Polizei festgenommen.

Kritik an Regierung und Polizei

Bei den Protesten in den vergangenen Wochen war es wiederholt zu solchen Zusammenstößen zwischen Polizei und Protestierenden gekommen. Die Polizei steht nun doppelt in der Kritik der Protestanhänger: Zum einen werfen sie den Beamten unnötige, massive Gewalt vor und zum anderen, dass die Polizei die Demo-Teilnehmer, die von den Schlägertrupps angegriffen worden waren, nicht beschützt habe.

Protestteilnehmer in Hongkong haben ihre Gesichter teils vermummt, einer von ihnen trägt einen rot-weißen Warnkegel mit der Aufschrift "Police" vor sich her. | Bildquelle: REUTERS
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Die Proteste richten sich auch gegen den Einsatz von Gewalt durch die Polizei.

In erster Linie jedoch fordern die Protestierenden einen politischen Umschwung in Hongkong, angefangen mit dem Rücktritt von Regierungschefin Carrie Lam. Den Anstoß für die Demonstrationen gab ein geplantes Gesetz, dass die Regierung Hongkongs bemächtigt hätte, von China verdächtigte und gesuchte Personen an die Volksrepublik auszuliefern.

Zwar legte Lam die Reform nach den ersten Massenprotesten und schweren Ausschreitungen auf Eis, den Demonstrationen konnte sie damit jedoch keinen Einhalt gebieten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 28. Juli 2019 um 14:00 Uhr.

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