Demonstranten am Fernbahnhof in Honkong. | Bildquelle: dpa

Demonstrationen in Hongkong "Demokratie ist gutes Zeug"

Stand: 07.07.2019 20:37 Uhr

Nach den Auseinandersetzungen um das Parlamentsgebäude Anfang der Woche sind in Hongkong erstmals wieder Zehntausende auf die Straße gegangen. Diesmal an einem Fernbahnhof, der Hongkong mit China verbindet.

Von Markus Pfalzgraf, ARD-Studio Shanghai

Sie rufen "add oil" - der kantonesische Ausdruck ("ga yau"; in Festland-China "jia you") ist schon lange zum geflügelten Wort geworden. Es meint so etwas wie "Legt nach." oder "Gebt nicht auf." Nach einigen Tagen der Ruhe ist die Bewegung gegen die Regierung und ihr Auslieferungsgesetz wieder da. Diesmal, vom Regierungsviertel aus gesehen, auf der anderen Seite des Hafens, in Kowloon.

Nicht zufällig haben sich die Demonstrierenden diesen Ort ausgesucht: Hier in der Nähe endet eine Schnellzugverbindung aus Festland-China, mit der auch viele Touristen kommen.

Ein Demonstrant, der sich Panda nennt, erklärt, es sei eine tolle Möglichkeit, mit ihnen zu sprechen. Sie hätten ja nur wenige Nachrichten über die Situation in Hongkong. "In Festland-China ist alles zensiert. Wenn sie nach Hongkong reisen, können wir ihnen erzählen, was hier abgeht, was wir denken - keine Gehirnwäsche mit zensierten Nachrichten."

Ausschreitungen bei Protesten in Hongkong
tagesschau 09:00 Uhr, 08.07.2019

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Botschaften per Bluetooth verschickt

Diese Sicht der Dinge konnte man in der Nähe des Bahnhofs auch aufs Handy bekommen: Aktivistinnen und Aktivisten verschickten Bilder mit ihren Botschaften wild per Bluetooth. Oder auch auf Schildern an der Straße. Auf einem stand etwa: "Demokratie ist gutes Zeug“.

Eigentlich wurden ein - bis zweitausend Demonstrierende erwartet. Es wurden wieder deutlich mehr. Die Organisierenden sprechen inzwischen von 230.000, die Polizei von 56.000 Menschen.

Demonstranten setzen auf Menge

Die Emotionen sind hochgekocht in der Stadt. Viele sind verzweifelt. Ein paar junge Leute haben am Rande der Demo eine Kiste aus Pappe gebastelt, in die man Postkarten einwerfen kann. Die Botschaft: Es ist okay, schlecht drauf zu sein.

Riley erklärt, Leute könnten dort ihre Gefühle zeichnen. Das Auslieferungsgesetz habe dazu geführt, dass die Menschen verwirrt sind, wütend und traurig. "Wir möchten ihnen die Möglichkeit geben, das mit Zeichnungen auszudrücken", sagt die Demonstrantin.

Ein Zeichen, dass weiter mit ihnen zu rechnen ist, wollten die Protestierenden auch mit ihrer schieren Masse setzen. Noch am Nachmittag ein deutliches, friedliches Zeichen: "Hongkonger, bleibt dran", rufen sie - das ist zunächst einmal gewaltlos, aber nachdrücklich gemeint.

Am Abend allerdings blieben nach den Demonstrationen einige mit aufgespannten Regenschirmen auf der Straße - und gegenüber postierten sich Polizisten mit Helmen, Schlagstöcken, Schilden und Pfefferspray. Bilder von ersten Rangeleien machten die Runde. Ausgang offen.

Neue Massenproteste in Hongkong
Markus Pfalzgraf, ARD Shanghai
07.07.2019 19:29 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Juli 2019 um 18:28 Uhr.

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