Proteste in Hongkong | AFP

Jahrestag der Rückgabe an China Erneute Ausschreitungen in Hongkong

Stand: 01.07.2019 11:20 Uhr

In Hongkong ist es anlässlich des 22. Jahrestages der Rückgabe an China erneut zu Zusammenstößen gekommen. Demonstranten versuchten, das Regierungsviertel zu stürmen. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray ein.

In Hongkong ist es am 22. Jahrestag der Übergabe der früheren britischen Kronkolonie erneut zu Ausschreitungen gekommen. Hunderte Demonstranten versuchten, das Regierungsviertel in Hongkong zu stürmen, sie zerstörten Fensterscheiben und versuchten, sich gewaltsam Zugang zu verschaffen. Dabei setzten sie einen Metallwagen ein, den sie gegen Glastüren rammten. Die Polizei reagierte mit dem Einsatz von Pfefferspray. Nach Angaben der Regierung wurden 25 Menschen bei den Zusammenstößen verletzt.

Schon zuvor war es zu Ausschreitungen gekommen. Dabei ging die Polizei mit Schlagstöcken auf Demonstranten los und setzte Pfefferspray ein, um die Menschenmenge auseinanderzutreiben. Tausende Menschen hatten sich versammelt, um gegen die jährliche Fahnenzeremonie zum Jahrestag zu demonstrieren. 

Großer Protestmarsch

Anders als sonst üblich verfolgten Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam und geladene Gäste die Zeremonie nicht im Freien, sondern in einem nahe gelegenen Kongresszentrum per Bildschirm, was mit schlechtem Wetter begründet wurde. 

Tausende Demonstranten versammelten sich am Nachmittag zu einem Protestzug. Die Polizei forderte die Demonstranten auf, die Route zu ändern oder den Marsch abzusagen.

Proteste und Ausschreitungen in Hongkong | dpa

Demonstranten versuchen, eine Zeremonie, die anlässlich des Jahrestags der Rückgabe des Gebietes an China stattfinden soll, zu blockieren. Bild: dpa

Seit Wochen protestieren Millionen Menschen in Hongkong gegen ein Gesetzesvorhaben, das Auslieferungen auch von Ausländern an China ermöglichen soll. Dabei kam es immer wieder zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei.

Das Auslieferungsgesetz ist zwar zunächst auf Eis gelegt, die Demonstranten wollen aber, dass das Gesetz offiziell zurückgenommen wird, inhaftierte Mitglieder der Protestbewegung freikommen und Polizisten bestraft werden, die schon bei einem Protest am 12. Juni gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen waren. 

Am 1. Juli 1997 hatte Großbritannien seine Kronkolonie Hongkong an China zurückgegeben. Eigentlich stehen den Hongkongern laut Rückgabevertrag bis 2047 mehr Freiheiten zu als Chinesen in der Volksrepublik. Doch immer mehr Hongkonger meinen, dass Peking schon jetzt ihre Rechte beschneidet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Juli 2019 um 07:00 Uhr.