Menschen mit Schutzmasken am Internationalen Flughafen in Hongkong. | REUTERS

Corona-Pandemie Hongkong untersagt Transitflüge aus 153 Ländern

Stand: 14.01.2022 13:32 Uhr

Drei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking verbietet der Flughafen Hongkong Zwischenstopps für Reisende aus 153 Ländern - Grund ist die Omikron-Ausbreitung. Auch Festland-China verschärft die Maßnahmen.

Der internationale Flughafen Hongkong verbietet Passagieren aus mehr als 150 Ländern und Gebieten einen Monat lang Zwischenlandungen in der chinesischen Sonderverwaltungszone. Die Maßnahme trete am Sonntag in Kraft und gelte bis zum 15. Februar, hieß es in einem öffentlichen Hinweis. Ziel sei die Eindämmung der hochansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus.

Ähnlich wie in Festland-China gelten auch in Hongkong strenge Maßnahmen wie etwa lange Quarantäne, gezielte Lockdowns und Massentests. Hongkong stuft derzeit 153 Länder wegen hoher Corona-Inzidenzen in der Gruppe A ein. Reisende aus dieser Gruppe müssen nach der Einreise 21 Tage in Quarantäne. Das Zwischenstopp-Verbot soll nun für Passagiere gelten, die in den vergangenen drei Wochen in einem der 153 Länder gewesen sind.

Omikron-Ausbruch durch Besatzungsmitglieder

Die chinesische Sonderverwaltungszone kämpft mit einem kleinen Ausbruch der Omikron-Variante. Ausgelöst wurde er durch Besatzungsmitglieder der Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific, die sich zu Hause nicht an die Quarantäne-Regeln hielten. 

Ob das Transit-Verbot Auswirkungen auf die Olympischen Winterspiele in Peking haben wird, ist unklar. Es wird erwartet, dass in den kommenden Tagen viele Sportler, Diplomaten und Regierungsvertreter über Hongkong nach China fliegen wollen. Die Olympischen Winterspiele in Peking beginnen am 4. Februar.

China verschärft Maßnahmen

Wegen vereinzelter Ausbrüche erklärte auch China heute, die Maßnahmen zu verschärfen. Kinder an internationalen Schulen müssen ab der kommenden Woche auf das Virus getestet werden. Flugpassagiere, die über ein Drittland einreisen wollen, werden nicht mehr ins Land gelassen. Die Einwohner werden aufgefordert, nur dann zu reisen, wenn es unbedingt notwendig ist - ohne Garantie, dass sie zurückkehren dürfen, wenn sie eine Stadt oder Region besucht haben, in der ein Ausbruch aufgetreten ist.

Flüge und Busverbindungen zwischen Peking und mehreren Städten wurden eingestellt. Die Maßnahmen dürften die Nervosität über einen möglichen Anstieg der Fälle im Vorfeld der Spiele zeigen.

Massentest in Tianjin

Die Stadt Tianjin, ein etwa eine Stunde von der Hauptstadt entferntes Hafen- und Produktionszentrum mit 14 Millionen Einwohnern, hat eine dritte Runde von Massentests angeordnet, die am Samstagmorgen beginnen und innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen sein sollen. Tianjin ist eine von einem halben Dutzend Städten, in denen die Regierung Abriegelungen und andere Beschränkungen verhängt hat, um jeden Virusfall aufzuspüren. In den vergangenen Tagen wurden dort 126 Fälle entdeckt, die offenbar auf die Omikron-Variante zurückgingen.

Die Behörden haben alle Reiseverbindungen zwischen Tianjin und Peking unterbrochen. Mehr als 20 Millionen Menschen befinden sich insgesamt in einem Lockdown, viele von ihnen müssen in ihren Häusern bleiben. Fabriken wurden geschlossen, was die Versorgung mit Computerchips und anderen Produkten beeinträchtigt.

Weiterhin hat China Dutzende von Überseeflügen aus Europa, Kanada, den USA, Indonesien und anderen Ländern verboten, nachdem Passagiere bei der Ankunft positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. China hat seit dem Ausbruch der Pandemie wiederholt weitreichende Reisebeschränkungen verhängt und zusammen mit Massentests und digitaler Überwachung verhindert, dass sich Corona flächendeckend verbreitet.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell Radio am 14. Januar 2022 um 13:30 Uhr.