Proteste in Hongkong | Bildquelle: dpa

Trotz Gewalt Hongkonger stehen hinter Protesten

Stand: 05.10.2019 12:35 Uhr

Nachdem Demonstranten einige U-Bahnstationen in der Nacht demoliert hatten, stehen die Züge in Hongkong still. Regierungschefin Lam verurteilte die Gewalt. Doch die Bevölkerung steht weiter hinter den Protesten.

Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai, zzt. Hongkong

Auf den Fähren, die die beiden Seiten des Hongkonger Hafens verbinden, war am Morgen mehr los als sonst. Die U-Bahnen fahren seit gestern Abend nicht. "Wenn keine U-Bahn fährt, nehme ich eben die Fähre", sagt ein Hongkonger. "Aber das ist für mich kein Problem."

Den ganzen Abend - bis in die Nacht hinein - demonstrierten in der chinesischen Sonderverwaltungsregion wieder Tausende Menschen gegen die von Chinas Staatsführung eingesetzte Regierung. Konkret: gegen das gestern verhängte Vermummungsverbot. An vielen verschiedenen Orten in Hongkong zogen die Menschen durch die Straßen.

Umstrittenes Maskenverbot: Erneut Proteste in Hongkong
tagesthemen 23:15 Uhr, 05.10.2019, Tamara Anthony, ARD Peking

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U-Bahn fährt nicht

Die Demos waren zunächst friedlich, im Laufe der Nacht entlud sich dann aber auch wieder Gewalt: Radikale Demonstranten zündeten U-Bahnstationen an. Das ist der Grund, warum die Betreibergesellschaft MTR den gesamten Betrieb erst einmal gestoppt hat. Auch die Flughafen-Bahn fährt nicht: Viele Reisende ab Hongkong verpassten heute ihren Flieger.

Was heute an vielen Orten auffällt: Die Randalierer haben auch Schaufenster von Banken und Geschäften zerstört, die ihren Firmensitz in Festlandchina haben. Auch Unternehmen, die als festlandchina-freundlich gelten, wurden Opfer von Zerstörungswut. Zum Beispiel wurden von mehreren Starbucks-Filialen die Schaufenster eingeschlagen.

Zerstörte Fensterscheibe eines Starbucks in Hongkong. Quelle: Steffen Wurzel.
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Von mehreren Starbucks-Filialen in Hongkong wurden die Fensterscheiben eingeschlagen.

Die Polizei setzte in der Nacht erneut massiv Schlagstöcke und Tränengas ein. Ein 14-jähriger Junge wurde angeschossen. Er soll sich an einem Angriff auf einen Zivilpolizisten beteiligt haben.

Lam verteidigt das Vermummungsverbot

Hongkongs umstrittene Regierungschefin Carrie Lam wandte sich heute mit einer fünfeinhalbminütigen Video-Botschaft an die Bevölkerung. Sie verurteilte die Gewalt der vergangenen Nacht. Hongkongs Sicherheit sei ernsthaft in Gefahr, betonte sie. Das zeige, dass es richtig gewesen sei, ein Maskierungsverbot per Notstandsgesetzgebung zu verhängen.

Carrie Lam | Bildquelle: AP
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Die Gewalt habe ein bislang nicht dagewesenes Ausmaß erreicht, sagte Lam.

Auch wenn das Leben vieler Menschen in Hongkong heute durch die Gewalt der Nacht beeinträchtig ist: Die Wut Vieler richtet sich heute trotzdem weniger gegen die Randalierer, sondern vielmehr gegen die Regierung. "Ich fühle mich nicht unsicher hier, sondern sehr sicher. Die Protestierer, die beschützen uns. Was mich sauer macht ist, dass sie heute einige Busse und die Metro nicht fahren lassen, um ein Gefühl der Unsicherheit zu erzeugen."

Was viele Hongkonger entsetzt hat, ist die Tatsache, dass die festlandchina-freundliche Regierung das Vermummungsverbot mit einem Notstandsgesetz durchgesetzt hat. Für viele Menschen ist das ein Zeichen dafür, dass die Regierung nun vor nichts mehr zurückschreckt. Auch heute gingen in Hongkong wieder Tausende Menschen auf die Straßen, die meisten wieder mit Masken.

Hongkong: Aufräumen nach Randalen, neue Proteste
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
05.10.2019 08:47 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Oktober 2019 um 12:00 Uhr.

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