Vermummte Demonstranten in Hongkong | Bildquelle: AP

Hongkong Zehntausende demonstrieren trotz Verbots

Stand: 15.09.2019 22:47 Uhr

Zehntausende Menschen in Hongkong haben sich nicht davon abhalten lassen, für Demokratie und gegen die Regierung auf die Straße zu gehen. Wieder kam es zu Gewalt. Auch vor dem britischen Konsulat versammelten sich Aktivisten.

Zehntausende Menschen sind trotz eines Demonstrationsverbots durch die Innenstadt von Hongkong marschiert, es kam zu neuer Gewalt. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein, einige Demonstranten warfen Molotowcocktails und Steine auf Polizisten. Laut der Nachrichtenagentur AP sollen im Lauf des Tages mehrere Menschen verletzt worden sein.

Der Marsch störte den Verkehr. Einige Demonstranten nutzten Kegel, Metallabsperrungen und Mülleimer, um Straßenbarrieren zu errichten. Andere verbrannten chinesische Flaggen und rissen Banner nieder, auf denen der regierenden Kommunistischen Partei Chinas gratuliert wurde. Die KP feiert am 1. Oktober ihr 70-jähriges Jubiläum an der Regierung. Manche Demonstranten zertrümmerten Fensterscheiben und Überwachungskameras am Ausgang einer U-Bahn-Station.

Polizei setzt blaue Farbe ein

Neben schwarz gekleideten und maskierten Aktivisten folgten auch Familien mit Kindern dem Protestzug durch ein Geschäftsviertel. Die Polizei warnte in einer Mitteilung, dass der Marsch illegal sei. Sie forderte die Teilnehmer auf, "ihre illegalen Akte zu stoppen".

Später eskalierte der Protest, als Aktivisten versuchten, den Hauptregierungskomplex der Stadt anzugreifen. Nachdem Molotow-Cocktails und Steine über die Sicherheitsbarrieren des Gebäudes flogen, setzte die Polizei erneut Tränengas und Wasserwerfer ein. Sie spritzte auch mit blauer Farbe, um Demonstranten zu markieren.

Trotz Demonstrationsverbot erneut Zehntausende Menschen auf Hongkongs Straßen
tagesschau 13:30 Uhr, 15.09.2019, Tamara Anthony, ARD Peking zzt. Hongkong

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Unterstützung von Großbritannien eingefordert

Bereits vor dem Marsch hatten Hunderte Menschen vor dem britischen Konsulat Unterstützung durch die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien verlangt. Die Aktivisten sangen die britische Nationalhymne und "Rule Britannia", schwenkten den Union Jack sowie die Flagge der ehemaligen Kronkolonie. Sie hielten Schilder hoch, auf denen sie der britischen Regierung vorwarfen, zu wenig Druck auf Peking auszuüben.

Zahlreiche Teilnehmer forderten Gewährung einer Staatsbürgerschaft in Großbritannien oder einer Commonwealth-Nation. Hongkonger, die vor dem 1. Juli 1997 geboren wurden, können den Status "British National Overseas" (BNO) beantragen. Der BNO erlaubt ihnen eine visafreie Einreise nach Großbritannien, kommt allerdings nicht der Staatsbürgerschaft gleich, da er keine Aufenthalts- oder Arbeitsrechte gewährt.

Am Freitag hatte sich der letzte britische Gouverneur von Hongkong, Chris Patten, dafür ausgesprochen, Hongkongern mit dem BNO-Pass ein Aufenthalts- und Arbeitsrecht in Großbritannien anzubieten.

Protest vor dem britischen Konsulat in Hongkong | Bildquelle: dpa
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Protest vor dem britischen Konsulat in Hongkong

Forderung nach freien Wahlen

In der chinesischen Sonderverwaltungszone demonstrieren seit Juni regelmäßig Zehntausende Menschen für ihre demokratischen Grundrechte. Die Demonstranten treten mit dem Slogan auf "Fünf Forderungen - und nicht eine weniger". Davon hat sich bislang nur eine erfüllt: Hongkongs Regierung zog ein Gesetz komplett zurück, das Überstellungen von Verdächtigen an Festland-China vorsah.

Die anderen Forderungen bestehen noch immer: eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt, eine Amnestie für die Festgenommenen sowie ein allgemeines Wahlrecht und freie Wahlen. Ferner setzen sich die Demonstranten dafür ein, dass ihre Proteste nicht mehr als Aufstand bezeichnet werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. September 2019 um 13:15 Uhr.

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