Proteste in Hongkong | Bildquelle: JEROME FAVRE/EPA-EFE/REX

Proteste gegen die Regierung Erneut Zusammenstöße in Hongkong

Stand: 04.09.2019 09:08 Uhr

Wieder sind in Hongkong Demonstranten auf die Straße gegangen. Es kam zu gewalttätigen Ausschreitungen und zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten.

In Hongkong ist es zu neuen Zusammenstößen zwischen Polizei und Protestierenden gekommen. Die Bereitschaftspolizei habe den Platz vor der Polizeiwache Mong Kok und die Metrostation Prince Edward von Demonstranten geräumt, berichtete der staatlich finanzierte Sender RTHK.

Ein Mensch sei mit einer Sauerstoffmaske über dem Gesicht auf einer Liege weggetragen worden.

Gesetzentwurf Stein des Anstoßes für die Proteste

Die Polizei habe Pfefferspray eingesetzt. In Hongkong sind seit Mitte Juni Hunderttausende Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen die heimische Regierung und einen wachsenden Einfluss Chinas auf die ehemalige britische Kronkolonie zu protestieren. Stein des Anstoßes waren Pläne für ein Gesetz zur Auslieferung beschuldigter Hongkonger an China.

Das soll einem Zeitungsbericht zufolge nun zurückgezogen werden. Wie Honkonger Zeitung "South China Morning Post" unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, will Regierungschefin Carrie Lam die entsprechende Entscheidung am Nachmittag (Ortszeit) verkünden.

Mit der Rücknahme des Gesetzes würde Lam einer zentralen Forderung der Protestierenden nachgeben und erstmals Entgegenkommen demonstrieren. Die Regierungschefin hatte den Entwurf zunächst ausgesetzt und später für "gestorben" erklärt, ohne ihn aber komplett zurückzunehmen.

Drohung aus Peking

Die chinesische Regierung reagierte mit einer scharfen Warnung auf die Proteste in Hongkong. Die Zentralregierung werde es niemals zulassen, dass das Chaos auf unbestimmte Zeit anhält.

"Wenn sich die Lage in Hongkong weiter verschlechtert und es zu einem Chaos kommt, das von der Regierung der Sonderverwaltungsregion nicht kontrolliert werden kann und das die Souveränität und Sicherheit des Landes gefährdet, dann wird die Zentralregierung nicht untätig bleiben", sagte Xu Luying, die Sprecherin des Büros für die Angelegenheiten Hongkongs und Macaus.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 04. September 2019 um 07:45 Uhr in den Nachrichten.

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