Simon Cheng | Bildquelle: REUTERS

China bestätigt Festnahme von Briten Konsulatsmitarbeiter in Gewahrsam

Stand: 21.08.2019 13:39 Uhr

Lange war sein Schicksal ungewiss, jetzt hat das chinesische Außenministerium bestätigt: Der vermisste Mitarbeiter des britischen Konsulats in Hongkong, Simon Cheng, befindet sich in Gewahrsam.

Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Die chinesischen Behörden haben einen Mitarbeiter des britischen Konsulats in Hongkong festgenommen. Das hat ein Sprecher der Staats- und Parteiführung in Peking heute bestätigt. Warum der 28-Jährige in Polizeigewahrsam sitzt, ist aber weiter unklar.

Nach Angaben seiner Hongkonger Familie machte Simon Cheng eine Dienstreise nach Shenzhen, am Donnerstag vor zwei Wochen war das. Auf der Rückfahrt nahm ihn die chinesische Polizei fest. Seitdem sitzt der Mitarbeiter des britischen Generalkonsulats Hongkong in chinesischem Polizeigewahrsam. Das hat Geng Shuang, der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, heute in Peking bestätigt.

Haft ohne Gerichtsurteil

Simon Cheng | Bildquelle: FACEBOOK / FREE SIMON CHE
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Simon Cheng sitzt in chinesischem Polizeigewahrsam.

Cheng sitze eine 15-tägige Strafe in sogenannter Verwaltungshaft ab, weil er Vorschriften der öffentlichen Sicherheit verletzt habe, sagte Geng. Was genau ihm die chinesischen Behörden vorwerfen, ist unklar. Auch, ob das Ganze mit den Anti-Regierungsprotesten in Hongkong zu tun hat. Verwaltungshaft ist eine Art der Bestrafung in China, für die kein Gerichtsurteil nötig ist. Die Polizei kann sie nach eigenem Ermessen anordnen und Menschen auf diese Art und Weise bis zu 20 Tage lang festhalten.

Der 28-jährige Cheng ist Hongkong-Chinese und arbeitet für die Wirtschaftsabteilung des britischen Konsulats in der autonom regierten Stadt. Nach Medienberichten hat er auch einen britischen Pass und zwar einen sogenannten Übersee-Pass. Den besitzen in der früheren britischen Kolonie Hongkong viele Menschen, die vor der Übergabe der Stadt an China 1997 geboren wurden.

Streit über Staatsbürgerschaft Chengs

Von den Behörden in Festlandchina wird dieser spezielle britische Pass allerdings nicht anerkannt. Und so betonte der Sprecher der chinesischen Staatsführung: "Lassen Sie mich das klarstellen: Der Betroffene ist ein Hongkonger, er ist kein Brite. Er ist ein Chinese. Damit ist das Ganze eine innere Angelegenheit Chinas."

Der Fall Simon Cheng sorgt für zusätzliche Spannungen im britisch-chinesischen Verhältnis. Die Regierung in London hat sich in den vergangenen Wochen immer wieder kritisch zu Chinas Rolle bei den Hongkonger Massenprotesten geäußert. Das wiederum sorgt in Peking für großen Ärger.

Chinas Staats- und Parteiführung ging die britischen Regierung zuletzt mehrfach hart an. So auch heute: Außenamtssprecher Geng Shuang forderte die britische Regierung auf, unverantwortliche Bemerkungen zu unterlassen und sich nicht in innere Angelegenheiten Chinas einzumischen.

China bestätigt: Mitarbeiter des Britischen Konsulats Hongkong inhaftiert
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
21.08.2019 12:13 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. August 2019 um 14:00 Uhr.

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