Chinesische Soldaten in der  Shenzhen Bay Sports Arena | Bildquelle: REUTERS

Hongkong-Krise Volkspolizei-Manöver mit klarer Botschaft

Stand: 15.08.2019 12:41 Uhr

Mit Hunderten Spezialkräften hat China ein Manöver in einem Sportstadion abgehalten - in unmittelbarer Grenznähe und mit einem unmissverständlichen Signal an die Aktivisten.

Hunderte Soldaten einer paramilitärischen Eingreiftruppe Chinas haben an der Grenze zu Hongkong an einer Übung teilgenommen. Die Sicherheitskräfte der Volkspolizei trainierten in einem Sportstadion in Shenzen, mehr als 100 Militärfahrzeuge, darunter gepanzerte Truppentransporter und Wasserwerfer, wurden vor dem Stadion beobachtet, meldet die Nachrichtenagentur Reuters.

In chinesischen Staatsmedien war von "einer klaren Warnung an Randalierer in Hongkong" die Rede. Zudem wurde darauf verwiesen, dass zu den Aufgaben der Truppe der Einsatz bei Unruhen und Terroranschlägen gehöre.

USA haben sich eingeschaltet

In Hongkong protestieren seit Wochen Aktivisten gegen die Regierung. Sie werfen ihr eine zu große Nähe zur Führung in Peking vor. Bereits am Mittwoch hatte die US-Regierung sich besorgt über Berichte von Truppenverlegungen an die Grenze zu Hongkong geäußert. Dies schüre die Furcht, dass China die Absicht haben könnte, die Proteste mit Gewalt niederzuschlagen. Das US-Verteidigungsministerium rief die Führung in Peking auf, das Recht auf freie Meinungsäußerung in der ehemaligen britischen Kronkolonie zu respektieren.

Westliche und asiatische Diplomaten in Hongkong gehen zwar nicht davon aus, dass China militärisch eingreift, allerdings hatte die chinesische Führung den Ton zuletzt verschärft und von Terrorismus gesprochen.

US-Präsident Donald Trump schlug ein persönliches Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping vor. Xi könne die Krise in Hongkong "schnell und human lösen", wenn er das wolle, schrieb er auf Twitter.

Bundesregierung besorgt

Die Bundesregierung empfahl, geplante Reisen dorthin gegebenenfalls zu verschieben. "Wir beobachten das sehr besorgt", sagte Maas. Nach seinen Angaben leben mindestens 1000 deutsche Staatsbürger in Hongkong. Reisende sollten abwarten, "wie sich die Dinge dort entwickeln".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. August 2019 um 12:00 Uhr.

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