Polizisten mit Schlagstöcken schreien Demonstranten im Hongkonger Flughafen an.  | Bildquelle: dpa

Maas nach Ausschreitungen Besser nicht nach Hongkong reisen

Stand: 15.08.2019 03:57 Uhr

Eskaliert die Lage in Hongkong? Nach den Protesten am Flughafen verschärfte Peking seine Warnungen. Nun empfahl Außenminister Maas, Reisen in die Stadt zu verschieben. Die Kanzlerin mahnte zum Dialog.

Chinas härtere Gangart in der Hongkong-Krise wird international mit zunehmender Sorge beobachtet: Außenminister Heiko Maas empfahl, geplante Reisen dorthin gegebenenfalls zu verschieben. "Wir beobachten das sehr besorgt", sagte Maas. Nach seinen Angaben leben mindestens 1000 deutsche Staatsbürger in Hongkong. Reisende sollten abwarten, "wie sich die Dinge dort entwickeln".

Erneute Zuspitzung der Proteste in Hongkong
tagesthemen 22:15 Uhr, 14.08.2019, Svea Eckert, NDR

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Die Gewalt auf den Straßen von Hongkong sei "für uns in weiten Teilen nicht nachvollziehbar". Es sei auch ungeklärt, "wer Gewalt ausübt, ob dort Dritte im Auftrag des Staates oder der Polizei gegen Demonstranten vorgegangen sind. Bilder legen dies nahe", betonte Maas.

Die US-Regierung verschärfte ihre Reisehinweise für Hongkong. Man rufe die Bürger wegen der Unruhen zu erhöhter Wachsamkeit auf. Ein Sprecher des US-Außenministeriums sagte, man sei "tief besorgt" über Berichte, wonach paramilitärische chinesische Einheiten an der Grenze zu Hongkong zusammengezogen werden. Die USA riefen alle Seiten dazu auf, keine Gewalt anzuwenden.

US-Präsident Trump schlug zudem ein Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping vor. "Ich habe keinerlei Zweifel daran, wenn Präsident Xi das Hongkong-Problem schnell und human lösen will, dann kann er das", schrieb Trump auf dem Kurznachrichtendienst Twitter und fügte hinzu: "Persönliches Treffen?".

Die UN-Menschenrechtskommission verurteilte die Polizeigewalt in Hongkong. "Es wurde mehrfach beobachtet, wie Beamte Tränengaskanister in überfüllte, geschlossene Bereiche geworfen und direkt auf einzelne Demonstranten gezielt haben", hieß es in einer Erklärung.

Merkel mahnt, Wirtschaft bangt

Kanzlerin Angela Merkel warnte davor, die Freiheitsrechte der Bürger infrage zu stellen. Sie forderte eine Lösung "im Rahmen des Dialogs".

Auch die deutsche Wirtschaft ist besorgt. "Hongkong habe eine erhebliche Bedeutung als Brückenkopf in das wirtschaftlich starke Perlflussdelta", sagte Friedolin Strack, Sprecher der Geschäftsführung des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft. Auf diese Region entfielen knapp zehn Prozent der chinesischen Wirtschaftsleistung und fast 30 Prozent des chinesischen Exports.

Neue Auseinandersetzungen und eine Entschuldigung

Zuletzt war der internationale Flughafen Schauplatz massiver Gewalteskalationen. Demonstranten sorgten für eine zeitweilige Sperrung des Airports. Hunderte Flüge fielen aus. Die Protestbewegung entschuldigte sich für das verursachte Chaos. Es tue ihnen leid, dass einige von ihnen aufgewühlt und überreagiert hätten. Inzwischen normalisierte sich der Flugbetrieb wieder, nur noch wenige Demonstranten zeigten sich im Terminal, ohne Passagiere an den Schaltern zu behindern.

Das für Hongkong zuständige Verbindungsbüro in Peking teilte mit, die Taten einiger Aktivisten am Flughafen würden sich nicht von den Verbrechen von Terroristen unterscheiden. Der Vorwurf bezieht sich auf einen Vorfall mit zwei Männern, die von den Demonstranten für Agenten vom chinesischen Festland gehalten worden waren. Demonstranten hatte sie gefesselt, geschlagen und misshandelt, bis ihnen die Polizei zur Hilfe kam.

Demonstranten entschuldigen sich am Flughafen in Hongkong | Bildquelle: REUTERS
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Demonstranten entschuldigen sich am Flughafen in Hongkong für das Chaos der vergangenen Tage.

Schickt Peking das Militär?

Unklar ist, wie lange sich Peking den Protest anschaut. Ben Bland vom Lowy-Institut in Sydney glaubt nicht daran, dass Peking sein Militär nach Hongkong schickt. Er sieht in den jüngsten Drohungen ein Mittel, "um die Demonstranten abzuschrecken". Aus seiner Sicht sind die Risiken einer militärischen Intervention sowie der Ansehensverlust und die Gefahr einer wirtschaftlichen Stagnation infolge eines solchen Einsatzes für Peking beträchtlich.

Zuletzt hatte es Berichte darüber gegeben, dass China Truppen an der Grenze zu Hongkong zusammenziehe, das zwar zu China gehört, aber einen Sonderstatus mit weitgehender Eigenverwaltung hat.

Seit mehr als zwei Monaten kommt es in Hongkong immer wieder zu massiven Protesten, die regelmäßig mit Ausschreitungen enden. Auslöser der Demonstrationen war ein - inzwischen auf Eis gelegter - Gesetzentwurf der Regierung zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China. In den letzten Tagen hat sich die Lage dramatisch zugespitzt.

Chinas Regierung vergleicht Demonstranten in Hongkong mit Terroristen
Benjamin Eyssel, ARD Peking
14.08.2019 16:55 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. August 2019 um 19:00 Uhr.

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