Ein Demonstrant wirft Tränengas. | Bildquelle: REUTERS

Kundgebungen in Hongkong Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei

Stand: 11.08.2019 14:39 Uhr

In mehreren Stadtteilen Hongkongs haben sich Polizei und Demonstranten erneut Auseinandersetzungen geliefert. Die Polizei setzte Tränengas ein - dabei wollten die Aktivisten eigentlich der Gewalt aus dem Weg gehen.

In Hongkong ist es in mehreren Stadtteilen zu Zusammenstößen zwischen Polizisten und Demonstranten gekommen. Demonstranten missachteten unter anderem ein Versammlungsverbot im Arbeiterviertel Sham Shui Po. Die Beamten setzten Tränengas ein.

Zu Zusammenstößen kam es laut Nachrichtenagentur AP auch auf beiden Seiten von Victoria Harbour, im Bezirk Tsim Sha Tsui in Kowloon und in Wan Chai.

Demonstranten liefern sich in Hongkong Auseinandersetzungen mit der Polizei. | Bildquelle: AP
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Demonstranten liefern sich in Hongkong Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Aktivisten in kleinen Gruppen

Am zehnten Wochenende der Demokratiebewegung haben Demonstranten immer wieder neue Protestformen erprobt: So wurde unter anderem von "Hit-and-Run"-Demonstrationen berichtet, bei denen sich Aktivisten in kleine Gruppen auflösten, wenn die Polizei ihnen entgegentrat - um sich andernorts wieder zusammenzufinden.

Am Samstag hatte es bereits eine ausdrücklich auf Familien zugeschnittene, genehmigte Demonstration gegeben.

Zahlreiche Demonstranten befolgten den Aufruf, sie sollten sich "wie Wasser" verhalten und direkten Konfrontationen mit der Polizei aus dem Weg gehen. "Es geht heute nicht darum, der Polizei die Stirn zu bieten oder eine Straße zu besetzen", sagte der 17-jährige Lok. "Wir werden uns nicht Auge in Auge gegenüberstehen - und ihnen damit viel mehr Ärger bereiten."

So blockierten die Demonstranten am Samstag kurzzeitig den Cross-Harbour-Tunnel und versammelten sich im Einkaufsbezirk Tsim Sha Tsui - bis die Polizei aber auch dort Tränengas einsetzte.

In der einstigen britischen Kronkolonie Hongkong kommt es seit zwei Monaten immer wieder zu großen Protesten und Ausschreitungen. Ein Gesetzentwurf zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China hatte die Proteste ausgelöst.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. August 2019 um 14:00 Uhr.

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