Demonstranten mit Regenschirmen in Hongkong | Bildquelle: AFP

Hongkong Heftigster Protest seit Wochen

Stand: 20.10.2019 14:34 Uhr

Trotz Verbot haben in Hongkong erneut Zehntausende gegen die Regierung demonstriert. Während die großen Protestzüge friedlich blieben, kam es andernorts zu heftigen Ausschreitungen.

Eigentlich waren Demonstrationen nicht erlaubt, es gab ein Vermummungsverbot und sogar der U-Bahn-Verkehr wurde eingeschränkt, um Protestlern die Anreise zu erschweren - es hat alles nichts genutzt. Die Hongkonger Regierung scheint den Protest ihrer Bürger nicht in den Griff zu bekommen, im Gegenteil: Nach zwei vergleichsweise ruhigen Wochen scheint er wieder voll entflammt.

"Lieber tot als rot"

Zunächst waren Zehntausende Menschen friedlich durch den zentralen Stadtteil Kowloon gezogen. Viele trugen Schirme, um sich gegen die Überwachungskameras zu schützen. "Befreit Hongkong", war auf Transparenten zu lesen, auf die Wände wurden Graffiti gesprüht. "Lieber tot als rot" und "Wir wollen lieber auf unseren Füßen sterben, als auf Knien zu leben", lauteten einige der Slogans. Die Demonstranten erneuerten ihre Forderung nach einem Rücktritt von Regierungschefin Carrie Lam, einer Untersuchung der Polizeigewalt und der Angriffe auf führende Köpfe der Protestbewegung.

Demonstranten in Hongkong | Bildquelle: LYNN BO BO/EPA-EFE/REX
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Nach anfangs friedlichem Protest kam es zu den heftigsten Ausschreitungen seit Wochen.

Blaues Wasser gegen Protestler

Und dann eskalierte der Protest erneut: Radikale Aktivisten gruben Pflastersteine aus, bewarfen die Polizei mit Brandsätzen, verwüsteten Geschäfte und legten Feuer. Die Polizei reagierte mit Tränengas und dem intensivsten Wasserwerfereinsatz seit langem. Zudem deuteten Hustenanfälle von Menschen darauf hin, dass dem Wasser Reizstoffe zugefügt waren. Außerdem färbte die Polizei das Wasser blau, um etwaige Randalierer auch im Nachhinein noch identifizieren zu können.

Ein Demonstrant läuft vor einem Wasserwerfer der Polizei davon. | Bildquelle: AFP
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Die Polizei färbte das Wasser blau ein, um Randalierer auch im Nachhinein identifizieren zu können.

Hoffen auf Unterstützung aus den USA

Erneut waren viele Demonstranten mit US-Flaggen zu sehen. Die Annahme eines Gesetzentwurfs im US-Abgeordnetenhaus zur Unterstützung der Demokratiebewegung in Hongkong hatte vergangene Woche schwere Spannungen zwischen China und den USA ausgelöst. Der Entwurf schreibt wirtschaftliche Sanktionen vor, wenn die Autonomie Hongkongs untergraben wird. Er sieht ferner Strafmaßnahmen gegen Politiker vor, die Freiheitsrechte von Hongkongern verletzt haben.

Der Entwurf muss noch im US-Senat verabschiedet werden. Aber er findet große Unterstützung bei Republikanern und Demokraten. Am Ende müsste auch US-Präsident Donald Trump das Gesetz noch unterzeichnen.

Demonstranten werfen Brandbomben und zünden Geschäfte an (unkommentiertes Video)
20.10.2019

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Die Proteste hatten vor gut vier Monaten als Widerstand gegen einen inzwischen zurückgezogenen Gesetzentwurf für Auslieferungen Beschuldigter an die Volksrepublik China begonnen. Doch die Demonstranten sehen darüber hinaus allgemeine Freiheiten gefährdet, die die ehemalige britische Kronkolonie genießt. Inzwischen richten sich die Proteste auch direkt gegen die Regierung in Peking. Hongkong ist seit 1997 eine Sonderverwaltungszone der Volksrepublik.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Oktober 2019 um 14:00 Uhr.

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