Das Oberste Gericht Brasiliens im April 2019 | Bildquelle: REUTERS

Urteil des Obersten Gerichts Homophobie in Brasilien zur Straftat erklärt

Stand: 24.05.2019 13:19 Uhr

Immer wieder sorgte Brasiliens Präsident Bolsonaro wegen Anfeindungen gegen Homosexuelle für Empörung. Jetzt hat das Oberste Gericht des Landes Feindlichkeit gegen Homo- und Transsexualität zur Straftat erklärt.

Das Oberste Gericht in Brasilien hat Diskriminierung von Homo- und Transsexuellen zur Straftat erklärt. Sechs der elf Richter stimmten dafür, Homophobie und Transphobie als Hassverbrechen anzuerkennen, wie das Gericht in Brasilia mitteilte.

Sie sollen künftig wie rassistische Verbrechen bestraft werden. Bei Verurteilung drohen demnach Gefängnisstrafen von bis zu fünf Jahren.

Zunahme von Gewalt wegen sexueller Orientierung

Aktivisten der Homosexuellenbewegung hatten schon lange gefordert, Homophobie als ein Verbrechen anzuerkennen, das gegen die Verfassung verstößt. Sie begrüßten das Votum der Richter als Meilenstein.

In den vergangenen Jahren nahmen Anfeindungen und Verbrechen gegen Lesben, Schwule und Transsexuelle zu, wie die Organisation Grupo Gay de Bahia berichtet. 420 Menschen seien im Jahr 2018 aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ermordet worden.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro sorgte in der Vergangenheit immer wieder mit Attacken gegen Schwule und Lesben für Empörung. In einem Interview sagte er, er hätte lieber einen toten als einen schwulen Sohn.

Oberstes Gericht: Homophobie in Zukunft strafbar
Anne Herrberg, ARD Buenos Aires
24.05.2019 15:49 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Mai 2019 um 12:00 Uhr.

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