Das bewaldete Bürohochhaus "Bosco Verticale"

Internationaler Hochhauspreis verliehen Dschungel mit 27 Stockwerken

Stand: 19.11.2014 20:24 Uhr

Ein Hochhaus wie ein Urwald: Der Wohnkomplex "Bosco Verticale" in Mailand ist mit Tausenden Bäumen und Büschen bepflanzt. Die Architekten wollen die Zukunft der Städte zeigen. Dafür haben die Häuser nun den Internationalen Hochhauspreis gewonnen.

Von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Hörfunkstudio Rom

"Bosco Verticale", senkrechter Wald heißt der Hochhauskomplex im Norden Mailands - nicht allzu weit weg vom Hauptbahnhof. Zwei Wohnhäuser gehören dazu, 87 und 119 Meter hoch, und ein Bürogebäude. Spektakulär sind vor allem die Wohnhochhäuser: Die Form der Türme ist klassisch symmetrisch mit schwarzer Fassade und viel Glas.

Das bewaldete Bürohochhaus "Bosco Verticale"
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800 Bäume und 5000 Büsche wachsen auf den Balkonen von "Bosco Verticale".

Natur kommt zu den Stadtbewohnern

Aber an den Fassaden hängen scheinbar wild unterschiedlich große Balkone, auf denen Bäume und Sträucher wachsen. Die rund 800 Bäume werden bis zu neun Meter hoch. Die Sorten sind so ausgewählt, dass sie an ihrem jeweiligen Platz gut wachsen können. Pflege und Bewässerung gehören zum Konzept und sind beim Bau eingepreist worden.

Das bewaldete Bürohochhaus "Bosco Verticale"
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Außerdem stehen auf den Balkonen noch mit 14.000 andere Pflanzen.

Die Natur soll zu den Stadtbewohnen kommen, in ihre 113 Wohnungen, die entstanden sind. Die Pflanzen sollen ihnen ein gutes Mikroklima und Sonnenschutz bieten. Metropolitane Wiederbewaldung nennt das Architekturbüro Boeri aus Mailand das Konzept.

Belebung eines stadtnahen Viertels

Italienische Medien haben den "Bosco Verticale" schon vor der Preisverleihung mit Begeisterung aufgenommen und als zukunftsweisend beschrieben. Auch die Anwohner haben sich offenkundig über die Belebung eines stadtnahen Viertels gefreut, das durch den Internationalen Hochhauspreis zusätzlich aufgewertet wird.

Internationaler Hochhauspreis

Der mit 50.000 Euro dotierte Internationale Hochhauspreis wird seit 2004 alle zwei Jahre von der Stadt Frankfurt/Main, dem Deutschen Architekturmuseum und der DekaBank vergeben. Die Gebäude sollen Nachhaltigkeit, äußere Form und innere Raumqualitäten wie auch soziale Aspekte zu einem vorbildlichen Entwurf verbinden. In diesem Jahr waren die fünf Finalgebäude unter 26 Nominierten aus 17 Ländern ausgewählt worden.

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