Absperrband am eingestürzten Hochhaus in Miami  | dpa

Nach dem Teileinsturz in Florida Sprengung von Hochhausruine wird vorbereitet

Stand: 04.07.2021 19:24 Uhr

Der eingestürzte Wohnkomplex in Surfside im US-Bundesstaat Florida soll gesprengt werden - schneller als geplant, weil der Tropensturm "Elsa" naht. Der Bergungseinsatz wurde ausgesetzt. 121 Menschen werden noch vermisst.

Eineinhalb Wochen sind vergangen, seit ein Wohnkomplex im US-Bundesstaat Florida teilweise einstürzte - mehr als 120 Menschen werden noch immer vermisst. Jetzt bereiten die Behörden die schnellstmögliche Sprengung des noch stehenden Gebäudeteils vor.

Die Ruine sei gefährlich instabil und behindere den Fortschritt des Bergungseinsatzes im bereits eingestürzten Teil, sagte die Bürgermeisterin des Bezirks Miami-Dade, Daniella Levine Cava. Der noch stehende Gebäudeteil solle mit mehreren Detonationen so gesprengt werden, dass das Gebäude an Ort und Stelle in sich zusammensackt, sagte sie.

"Zur Ausweitung des Such- und Rettungseinsatzes ist es entscheidend, diese Gebäude kontrolliert herunter zu bringen", betonte die Bürgermeisterin. Die Experten könnten nach der Sprengung in Teilen des Trümmerhaufens suchen, die bislang aus Sicherheitsgründen nicht zugängig waren.

Das Satellitenbild (von Maxar Technologies) zeigt die teilweise eingestürzten Wohngebäude Champlain Towers South,Surfside/Florida. | AP

Das Satellitenbild (von Maxar Technologies) zeigt die teilweise eingestürzten Wohngebäude Champlain Towers South,Surfside/Florida. Bild: AP

Bergungsarbeiten ausgesetzt

Die Suche nach verschütteten Bewohnern des zwölfstöckigen Wohnkomplexes wurde wegen der Vorbereitungen für die Sprengung eingestellt.

Der Abriss drängt, weil sich der Tropensturm "Elsa" auf Florida zubewegt und das Haus noch vor dem Eintreffen des Sturms zerstört werden soll. Ein durch den Sturm verursachter Einsturz des Gebäudeteils könnte die Sicherheit der Suchmannschaften gefährden, wenn sie in den Trümmern weiter suchen. Der Bergungseinsatz werde fortgesetzt, sobald Sektionen der Unglücksstelle sicher seien, versicherte Cava.

Es gibt ein weiteres Hindernis: Eines der Suchteams musste aufgrund eines Corona-Ausbruchs aufgelöst werden. Nach Angaben des Chefs der Feuerwehr von Miami-Dade, Alan Cominsky, wurden alle Betroffenen isoliert und die Kontaktpersonen ausfindig gemacht. 

Kaum noch Hoffnung auf Überlebende

Rund zehn Tage nach dem Unglück gibt es kaum noch Hoffnung, Überlebende in den Trümmern zu finden. Bis Samstagabend wurden 24 Todesopfer entdeckt.

Das zwölfstöckige Wohngebäude Champlain Towers South war in der Nacht zum 24. Juni teilweise eingestürzt. Die genaue Unglücksursache ist weiterhin unbekannt. Ein Gutachten hatte aber bereits 2018 "große strukturelle Schäden" an dem 1981 fertiggestellten Gebäude festgestellt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. Juli 2021 um 16:00 Uhr.