Hintergrund

Sanaa

Überblick über Konfliktparteien Die Akteure im Jemen

Stand: 26.03.2015 11:42 Uhr

Der Jemen kommt seit Jahren nicht zur Ruhe. Momentan gibt es mindestens zwei Machtzentren. In dem sehr armen Land überlagern sich religiöse, regionale und internationale Konflikte. Aber auch Terrororganisationen spielen eine Rolle.

Die Huthis sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Sie wurden früher unterdrückt, etablierten sich aber mit Beginn des Arabischen Aufstands ab 2011 als politische Kraft. Im vergangenen September eroberten rund 30.000 Huthi-Kämpfer die Hauptstadt Sanaa. Im Januar setzten sie Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung ab.

Hadi flüchtete im Februar in die südjemenitische Stadt Aden, von wo aus er versuchte, weiterzuregieren. Wegen des Vorrückens der Huthi-Rebellen musste er sich offenbar auch von dort aus in Sicherheit bringen. Der von den USA unterstützte Staatschef will einen Föderalstaat errichten - scheiterte aber an der Stärke der Huthis.

Ex-Präsident Ali Abdullah Saleh war über 30 Jahre Herrscher im Jemen. Nach Protesten musste er Anfang 2012 zurücktreten. Die USA werfen ihm vor, das Chaos geschürt zu haben, die UN verhängten Sanktionen gegen ihn. Medien berichteten über Absprachen Salehs mit den Huthis. Außerdem sollen Teile der Armee immer noch loyal zu ihm sein.

Saudi-Arabien gewährte Salih nach dessen Rücktritt Unterschlupf. Der reiche sunnitische Golfstaat hat ein großes Interesse daran, den armen Jemen unter sunnitischer Kontrolle zu halten. Der schiitische Iran versucht hingegen als Rivale Saudi-Arabiens, via Sanaa weiteren Einfluss auf die Arabische Halbinsel zu bekommen. Das Land gilt als Verbündeter der Huthi-Rebellen.

Al Kaida auf der Arabischen Halbinsel ist der mächtigste Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerks. Die sunnitischen Extremisten, die sich unter anderem zum Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" bekannten, galten bisher als heimliche Gewinner im Machtpoker um den Jemen.

In den vergangenen Monaten bekannten sich aber viele Extremisten und bisherige Al-Kaida-Anhänger zu der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS), die große Teile des Iraks und Syriens kontrolliert - im Jemen bis dahin aber nicht aufgetaucht war. Trotz einer sehr ähnlichen Ideologie ist der IS mit Al Kaida verfeindet. Eine angeblich mit dem IS verbündete Gruppe bekannte sich zu den verheerenden Anschlägen auf von Huthi-Anhängern besuchte Moscheen am 20. März, bei denen weit mehr als 100 Menschen getötet wurden.

Quelle: dpa

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. März 2015 um 13:05 Uhr.

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