Gletschersee Imja in der Region um den Mount Everest, 140 Kilometer nordöstlich von Kathmandu. | Bildquelle: AFP

Klimastudie Gletschereis im Himalaya schmilzt rapide

Stand: 05.02.2019 10:49 Uhr

Ein Drittel des Gletschereises im Himalaya wird bis zum Ende des Jahrhunderts schmelzen - selbst wenn die Weltklimaziele erreicht werden. Forscher warnen: Die Wasserversorgung für 1,9 Milliarden Menschen ist bedroht.

Ein Klimagutachten des International Centre for Integrated Mountain Development in Kathmandu kommt zu dem erschreckenden Schluss: Aufgrund der Erderwärmung wird ein Drittel des Gletschereises im Himalaya-Gebirge bis zum Ende dieses Jahrhunderts abschmelzen.

"Die globale Erderwärmung wird die eisigen, mit Gletschern bedeckten Bergspitzen der Hindukusch-Himalaya-Region verändern und in weniger als einem Jahrhundert in acht Ländern nackten Fels hinterlassen", sagte Philippus Wester, der für den Bericht federführend verantwortlich ist.

Selbst wenn die im Pariser Klimaabkommen festgelegten Ziele erreicht und die Erderwärmung auf 1,5 Grad eingedämmt werde, sei mehr als die Hälfte der Gletscher in der Region verloren, warnt die Studie. Damit sind die Wasserquellen für 1,9 Milliarden Menschen in Gefahr. Eine Erwärmung von zwei Grad führe sogar zum Verlust von zwei Dritteln der Gletscher.

Überschwemmungen und Luftverschmutzung drohen

In der Fünf-Jahres-Studie untersuchten mehr als 350 Forscher aus 22 Ländern die Auswirkungen des Klimawandels in Afghanistan, Pakistan, Indien, Nepal, China, Bhutan, Bangladesch und Myanmar.

In der Region befinden sich die höchsten Berge der Welt. Aus ihren Gletschern speist sich das Wasser für die gigantischen Flüsse Ganges, Indus, Jangtsekiang, Irrawaddy und Mekong, die die bevölkerungsreichsten Länder der Erde mit Wasser versorgen.

Insbesondere für Länder, die flussabwärts gelegen seien, seien die Ergebnisse des Gutachtens "alarmierend", sagte Saleemul Huq, der Direkter des Internationalen Zentrums für Klimawandel und Entwicklung in Dhaka.

Gefahr drohe infolge der Gletscherschmelze sowohl durch das Risiko für Überschwemmungen als auch durch den schwarzen Ruß, der im Eis eingeschlossen ist und beim Freiwerden die Luft verschmutzen würde.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 05. Februar 2019 in den Wissensnachrichten.

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