Heimat: Jürgen Webermann in Kathmandu

Südasien-Korrespondent Webermann Eine unverzichtbare Lebensart

Stand: 04.10.2015 05:46 Uhr

Südasien als bunter Schmelztiegel ist faszinierend. Dennoch vermisst Jürgen Webermann die europäische Lebensart - und das Vertrauen in viele Dinge des Alltags, die einfach funktionieren.

Ganz Ehrlich: In Südasien habe ich gelernt, meine Heimat wirklich zu schätzen. Die Ruhe und Gediegenheit der Städte, die saubere Luft, das Straßencafé um die Ecke, Radfahren zur Arbeit oder zum Einkaufen, meist gut funktionierende Behörden, und das Vertrauen in viele Dinge des Alltags, angefangen bei Lebensmitteln oder Wasser aus der Leitung, das man trinken kann! Diese Liste ließe sich beliebig verlängern.

Heimat: Jürgen Webmann mit jungen Fußballern in Kabul

Jürgen Webmann mit jungen Fußballern in Kabul

Fast täglich neue Abenteuer

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich fühle mich auch in Südasien, diesem bunten Schmelztiegel voller wunderbarer, schlauer und auch verrückter Menschen pudelwohl, und als Journalist erlebe ich hier beinahe täglich neue Abenteuer, kleine und große. Auch hier haben wir Freunde, und fühlen uns deshalb sehr heimisch.

Doch trotzdem vermisse ich etwas, was ich von hier aus betrachtet eindeutig europäische Lebensart nennen würde, und damit meine ich nicht nur offene Grenzen. Trotz aller Krisen - ein Heimatgefühl löst bei mir nicht der Gedanke an Deutschland aus, sondern der an Europa.

Kailash Satyarthi im Interview

Jürgen Webermann (rechts) und Sandra Petersmann interviewen den indischen Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi.