Flugzeuge stehen auf dem Flugfeld am Flughafen von Heathrow | Bildquelle: dpa

Drohnensichtung in Heathrow Flugbetrieb zeitweise gestört

Stand: 08.01.2019 20:24 Uhr

Flugpassagiere am britischen Großflughafen London-Heathrow mussten sich in Geduld üben: Wegen einer Drohne waren sie gezwungen, am Boden zu bleiben. Nun geht der Betrieb wieder weiter.

Nach der Sichtung einer Drohne nahe des Londoner Flughafens Heathrow ist der Flugbetrieb zeitweise unterbrochen worden. Der Flughafenbetreiber stoppte zunächst alle Starts.

Es handelte sich um eine Vorsichtsmaßnahme, teilte der größte britische Airport im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Der Betrieb sei am Abend jedoch wieder aufgenommen worden.

Man arbeite eng mit der Polizei zusammen, hieß es. Ob die Ermittlungen ergaben, dass tatsächlich eine Drohne in der Umgebung des Flughafens in der Luft war, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Heathrow ist nicht nur der größte Flughafen Großbritanniens, sondern auch einer der bedeutendsten der Welt. Verkehrsminister Chris Grayling twitterte, dass er umgehend Kontakt mit dem Innen- und Verteidigungsministerium sowie mit dem Militär aufgenommen habe.

Auch Gatwick war schon betroffen

Der Zwischenfall sorgte für Aufregung, nachdem vor drei Wochen der Flugverkehr am Londoner Airport Gatwick durch Drohnen-Flüge lahmgelegt worden war.

Mehr als 100 Zeugen - darunter Piloten und Polizisten - hatten die Drohnen dort gesichtet. Etwa 1000 Flüge waren aus Sicherheitsgründen gestrichen oder umgeleitet worden. Betroffen waren 140.000 Passagiere.

Die für die Zwischenfälle bei Gatwick verantwortlichen Täter wurden bislang nicht gefasst.

Mehr Befugnisse für Polizei geplant

Aus dem Vorfall in Gatwick hatte die Regierung Konsequenzen gezogen. So sollen der Polizei mehr Befugnisse zur Landung, Beschlagnahmung und Suche von Drohnen übertragen werden, wie das Verkehrsministerium in London mitteilte.

Darüber hinaus werde die Regierung an einem erweiterten Einsatz von Technologien arbeiten, durch die Drohnen an Orten wie Flughäfen oder Gefängnissen entdeckt und abgewehrt werden können. Zudem sollen die Sperrzonen um Airports, in denen das Fliegen von Drohnen verboten ist, auf einen Radius von ungefähr fünf Kilometern ausgedehnt werden.

Registrierungspflicht

Ab November 2019 sollen Drohnen-Besitzer zudem gesetzlich verpflichtet sein, sich zu registrieren. Polizisten dürften Anwesen durchsuchen und Drohnen beschlagnahmen - inklusive der elektronischen Daten, die in ihnen gespeichert sind.

Nach britischem Recht ist es verboten, im Umkreis von einem Kilometer um einen Flughafen eine Drohne aufsteigen zu lassen. Bei Verstößen drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Drohne über Heathrow - Flugbetrieb läuft wieder
Anne Demmer, ARD London
09.01.2019 07:09 Uhr

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