Flugzeuge am Boden nach Drohnenalarm in Heathrow | Bildquelle: REUTERS

Drohnensichtung in London Flughafen Heathrow stoppt Abflüge

Stand: 08.01.2019 19:42 Uhr

Flugpassagiere am britischen Großflughafen London-Heathrow müssen sich in Geduld üben: Wegen einer Drohne sind sie gezwungen, am Boden zu bleiben.

Der Londoner Flughafen Heathrow hat wegen einer Drohnensichtung zeitweise alle Abflüge gestoppt. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, teilte der größte britische Airport im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Man arbeite eng mit der Polizei zusammen. Heathrow gehört auch zu den wichtigsten Flughäfen weltweit.

Gatwick war bereits betroffen

Bereits kurz vor Weihnachten hatten Drohnen den Londoner Flughafen Gatwick für mehrere Tage lahmgelegt. Mehr als 100 Zeugen - darunter Piloten und Polizisten - hatten die Drohnen dort gesichtet. Etwa 1000 Flüge waren aus Sicherheitsgründen gestrichen oder umgeleitet worden. Betroffen waren 140.000 Passagiere.

Die für die Zwischenfälle bei Gatwick verantwortlichen Täter wurden bislang nicht gefasst.

Mehr Befugnisse für Polizei geplant

Aus dem Vorfall in Gatwick hatte die Regierung Konsequenzen gezogen. So sollen der Polizei mehr Befugnisse zur Landung, Beschlagnahmung und Suche von Drohnen übertragen werden, wie das Verkehrsministerium in London mitteilte.

Darüber hinaus werde die Regierung an einem erweiterten Einsatz von Technologien arbeiten, durch die Drohnen an Orten wie Flughäfen oder Gefängnissen entdeckt und abgewehrt werden können. Zudem sollen die Sperrzonen um Airports, in denen das Fliegen von Drohnen verboten ist, auf einen Radius von ungefähr fünf Kilometern ausgedehnt werden.

Registrierungspflicht

Ab November 2019 sollen Drohnen-Besitzer zudem gesetzlich verpflichtet sein, sich zu registrieren. Polizisten dürften Anwesen durchsuchen und Drohnen beschlagnahmen - inklusive der elektronischen Daten, die in ihnen gespeichert sind.

Nach britischem Recht ist es verboten, im Umkreis von einem Kilometer um einen Flughafen eine Drohne aufsteigen zu lassen. Bei Verstößen drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 08. Januar 2019 um 19:00 Uhr.

Darstellung: