Erdbeben erschüttert Haiti

Erdstoß der Stärke 7,0 gemessen Schweres Erdbeben erschüttert Haiti

Stand: 13.01.2010 00:23 Uhr

Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,0 hat Haiti erschüttert. Das Epizentrum des Bebens habe zehn Kilometer westlich von Carrefour gelegen, teilte das Geologische Institut der USA mit. Der Ort liegt in der Nähe der Hauptstadt Port-au-Prince.

Nach dem Bericht von Augenzeugen und eines lokalen Fernsehsenders sind in Port-au-Prince viele Gebäude eingestürzt, darunter auch der Präsidentenpalast. Es wird von zahlreichen Toten und Verletzten berichtet, die unter den Schuttmassen vergraben liegen sollen.

Schweres Erdbeben erschüttert Haiti
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Schweres Erdbeben erschüttert Haiti: Etliche Gebäude sollen eingestürzt sein und zahlreiche Opfer unter den Trümmern liegen.

Viele Tote unter den Trümmern vermutet

Eine Geschäftsfrau schrieb dem ARD-Hörfunkstudio in Mexiko per E-Mail, dass viele Häuser eingestürzt seien, darunter ein Kinderkrankenhaus im Vorort Petionville. Die gesamte Stadt sei in eine Staubwolke gehüllt. Lokale Reporter und Augenzeugen berichten von vielen Toten und Verletzten unter den Trümmern der Häuser. Eine offizielle Bestätigung über Opfer gibt es aber noch nicht. Wichtige Straßen seien unbefahrbar. Alle Telefonverbindungen in dem Karibikstaat sind unterbrochen, nur über Satellit dringen erste Berichte nach draußen.

"Katastrophe großen Ausmaßes" befürchtet

Karte Dominische Republik Haiti Kuba
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Karte Dominische Republik Haiti Kuba

Gegenüber dem US-Fernsehsender CNN sagte der haitianische Botschafter in den USA, Raymond Joseph: "Ich befürchte, es ist wirklich eine Katastrophe großen Ausmaßes." Er habe wenig Informationen über das Ausmaß der Schäden, jedoch habe ihm ein Regierungsbeamter gesagt, es seien Häuser eingestürzt. US-Präsident Barack Obama erklärte in Washington, die USA ständen bereit, um Hilfe zu leisten. Meine Gedanken und Gebete gehen zu denen, die von diesem Erdbeben betroffen sind." Die US-Regierung verfolge die Situation genau "und steht bereit, dem Volk von Haiti zu helfen", hieß es in einer vom Weißen Haus veröffentlichten Erklärung.

Nach dem Hauptbeben wurde Haiti von zwei weiteren Erdstößen erschüttert. Sie hatten nach US-Angaben die Stärke 5,9 und 5,5.

Für einige Teile der Karibik wurde eine Tsunami-Warnung ausgegeben. Betroffen davon sind neben Haiti und dem Nachbarstaat Dominikanische Republik auch Kuba und die Bahamas. Es bestehe die Gefahr einer Flutwelle, die die Küsten im Umkreis von rund 100 Kilometern treffen könne, teilte das Pazifische Tsunami-Warnzentrum mit.

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