Menschen stehen um ein verbranntes Auto nach einer Tanklaster-Explosion in Cap-Haitien | via REUTERS

Unglück in Haiti Viele Tote bei Explosion von Tanklaster

Stand: 14.12.2021 16:52 Uhr

In Haiti sind bei der Explosion eines Tanklastwagens mindestens 60 Menschen ums Leben gekommen - die Zahl könnte aber noch steigen. Menschen sollen aus einem offenbar umgekippten Lkw versucht haben, auslaufendes Benzin einzusammeln.

Bei der Explosion eines Tanklasters sind in Haiti Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 60 Menschen seien getötet worden, als in der Stadt Cap-Haïtien ein mit Benzin beladener Tanklastwagen in Brand geriet und explodierte, sagte der stellvertretende Bürgermeister Patrick Almonor im Radiosender RFM. Nach seinen Angaben gerieten zudem rund 20 umliegende Häuser durch die Explosion in Brand.

Zahlreiche Menschen wurden verletzt. Die Krankenhäuser seien mit der hohen Zahl an Verletzten überfordert, hieß es in einem Bericht der Zeitung "Le Nouvelliste". Die Behörden kündigten an, Feldlazarette in Cap-Haïtien zu errichten, um die Verwundeten zu versorgen.

Karte: Haiti mit Cap-Haïtien

Staatstrauer angeordnet

Premierminister Ariel Henry äußerte sich auch auf Twitter. Er ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. "Im Namen meiner Regierung und der gesamten haitianischen Bevölkerung spreche ich den Angehörigen der Opfer sowie all jenen, die direkt oder indirekt von dieser Tragödie betroffen sind, mein tief empfundenes Beileid aus", schrieb er.

Der Tanklastzug war vor der Explosion offenbar in einen Unfall verwickelt und umgekippt. Daraufhin sollen zahlreiche Menschen an die Stelle geströmt sein, um Benzin einzusammeln. Der Treibstoff entzündete sich und der Lkw explodierte. Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur AP, Anwohner hätten sich eimerweise Benzin aus dem Tankwagen abgezapft und nach Hause gebracht, als es zu der Explosion gekommen sei.

In Haiti ist zur Zeit der Treibstoff extrem knapp, die Benzinpreise sind dramatisch gestiegen.

Haiti: Armut, Leid, Gewalt und Korruption

Haiti ist das ärmste Land des amerikanischen Kontinents und leidet unter Gewalt, Korruption und Naturkatastrophen. Anfang Juli wurde Staatspräsident Jovenel Moïse in seiner Residenz erschossen, die Hintergründe sind bis heute ungeklärt. Kriminelle Banden kontrollieren vor allem rund um die Hauptstadt Port-au-Prince große Gebiete.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Dezember 2021 um 16:00 Uhr.