Einsatzkräfte und Demonstranten auf einer Straße in der Hauptstadt Port-au-Prince. | Bildquelle: AFP

Regierungskrise in Haiti Zwei Menschen sterben bei Protesten

Stand: 28.10.2019 11:50 Uhr

In Haiti sind die Proteste erneut in Gewalt umgeschlagen: Ein Mensch wurde erschossen, eine aufgebrachte Menge lynchte daraufhin den Schützen. Seit Monaten erschüttern Ausschreitungen den Karibik-Staat.

Am Rande von Demonstrationen in Haiti sind zwei Menschen getötet worden. In der Hauptstadt Port-au-Prince wurde am Sonntag zunächst ein Mensch erschossen, wie die Polizei mitteilte. Der Angreifer wurde daraufhin von aufgebrachten Demonstranten zu Tode geprügelt und in Brand gesetzt, wie Fernsehbilder zeigten. Später legten Protestierer in mehreren Geschäften Feuer und zündeten vor der kanadischen Botschaft Autoreifen an.

In Port-au-Prince hatte es am Sonntag gleich mehrere Demonstrationen gegeben: Während Polizisten für höhere Gehälter auf die Straße gingen, forderten Regierungsgegner den Rücktritt von Staatschef Jovenel Moïse.

Engpässe in der Benzin-Versorgung

Die Lage in Haiti ist seit Monaten höchst angespannt, immer wieder kommt es zu Protesten. Der Regierung des verarmten Karibikstaates werden zahlreiche Korruptionsaffären angelastet, während ein Großteil der Bevölkerung kaum genug zum Überleben hat. Engpässe in der Versorgung mit Benzin sorgten für weitere Wut.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Oktober 2019 um 06:00 Uhr.

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