Proteste in Haiti | Bildquelle: AP

Haiti Tote bei Protesten gegen Benzinpreise

Stand: 08.07.2018 04:19 Uhr

Eine geplante Erhöhung der Benzinpreise hat in Haiti zu gewalttätigen Protesten geführt. Dabei kamen nach Berichten mindestens sieben Menschen ums Leben. Die Regierung zog den Plan daraufhin zurück.

Bei heftigen Protesten gegen eine geplante Erhöhung der Treibstoffpreise in Haiti sind Medienberichten zufolge mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Sie seien bei Plünderungen im Großraum Port-au-Prince getötet worden, berichtete die Nachrichtenagentur HPN. Auch die Polizei sprach von Todesopfern, nannte allerdings keine genaue Zahl.

Mehrere Tote bei Ausschreitungen in Haiti
tagesschau 10:00 Uhr, 08.07.2018

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Fast 50 Prozent Aufschlag

Zahlreiche Menschen hatten zuvor gegen eine kräftige Erhöhung der Benzinpreise protestiert. Das Wirtschafts- und Handelsministerium hatte am Freitag bekanntgeben, dass die Benzinpreise entsprechend einer Vereinbarung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) um 38 Prozent steigen sollten - bei Diesel sogar um 47 Prozent. Das Rahmenabkommen mit dem IWF sieht vor, dass die Regierung Treibstoff nicht weiter subventioniert.

Proteste in Haiti | Bildquelle: dpa
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Auf zahlreichen Straßen bauten die Demonstranten brennende Barrikaden.

Daraufhin steckten Demonstranten in der Hauptstadt Port-au-Prince Straßensperren in Brand, plünderten Geschäfte, griffen Hotels an und zündeten Autos an, wie der Radiosender Metropole berichtete. Vereinzelt fielen Schüsse. Auch in anderen Städten wie Cayes, Jérémie, Cap-Haitien und Jacmel kam es zu heftigen Protesten. Die Flughäfen des Landes wurden geschlossen. Wegen der Ausschreitungen strichen die US-Fluggesellschaften American Airlines und JetBlue Flüge nach Port-au-Prince.

Regierung zieht Plan zurück

Die Regierung nahm die Preiserhöhung daraufhin vorerst zurück. "Wir verurteilen die Gewalt und den Vandalismus", schrieb Premierminister Jack Guy Lafontant auf Twitter. Haiti gilt als ärmstes Land der westlichen Hemisphäre. Der Karibikstaat ist weitgehend von Hilfszahlungen aus dem Ausland abhängig, es herrschen verbreitet Korruption und Gewalt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. Juli 2018 um 07:00 Uhr.

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