Der Hahn Maurice vor seinem Stall in Saint-Pierre-d'Oleron. | Bildquelle: AFP

Klage abgewiesen Maurice darf weiter krähen

Stand: 05.09.2019 12:30 Uhr

Frankreichs bekanntestem Hahn wird nicht der Schnabel verboten: Maurice darf auf der französischen Atlantikinsel d’Oléron weiter den Morgen begrüßen. Das hat ein Gericht entschieden.

Von Marcel Wagner, ARD-Studio Paris

Maurice selbst dürfte der Trubel kaum interessiert haben. Doch das Krähen des Hahnes auf der Île d’Oléron war in den vergangenen Wochen zur nationalen Angelegenheit geworden. Geklagt hatten die Nachbarn, die aus der Stadt zugezogen waren. Das Rentnerpaar wirft dem Hahn vor, es mit seinem frühen Morgengruß auf der Atlantik-Insel regelmäßig um den Schlaf zu bringen. 

Seine Besitzerin, Corine Fesseau, hatte online mehr als 140.000 Unterschriften gegen das drohende Verbot gesammelt. Das Gericht ist ihrer Ansicht nun gefolgt. Die Kläger müssen zudem die 1000 Euro Gerichtskosten der Hahnenbesitzerin übernehmen.

Corinne Fesseau mit ihrem Hahn Maurice. Sie sammelte mehr als 140.000 Unterschriften gegen ein drohendes Krähverbot. | Bildquelle: REUTERS
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Corinne Fesseau mit ihrem Hahn Maurice. Sie sammelte mehr als 140.000 Unterschriften gegen ein drohendes Krähverbot.

Sinnbild für einen Kulturkonflikt

Der Fall hatte hohe Wellen geschlagen, gilt der gallische Hahn doch als Nationalsymbol Frankreichs. Außerdem stand er sinnbildlich für einen Kulturkonflikt zwischen Landbevölkerung und Zugezogenen. Ein Bürgermeister in der Nähe der Île d’Oléron hat zuletzt sogar angeregt, Geräusche auf dem Land zum nationalen Kulturerbe zu erklären.

Kikeriki - der französische Hahn Maurice darf weiterkrähen
Marcel Wagner, ARD Paris
05.09.2019 11:24 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 05. September 2019 um 13:30 Uhr.

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