Das Gebäude der EU-Kommission im blauen Nachthimmel. | Bildquelle: OLIVIER HOSLET/EPA-EFE/REX

Angriff auf Diplomatennetz EU macht es Hackern leicht

Stand: 15.03.2019 15:15 Uhr

Eine simple Phishing-Attacke hat es Hackern offenbar ermöglicht, in das Netz des diplomatischen Dienstes der EU einzudringen. Nach einem Medienbericht ähnelt das Vorgehen vorherigen Attacken aus China.

Über Jahre haben Hacker offenbar das Netz des diplomatischen Dienstes der Europäischen Union angezapft und Tausende Dokumente heruntergeladen. Wie die "New York Times" unter Berufung auf eine Sicherheitsfima schreibt, handelt es sich bei den Dokumenten um Depeschen zu Chinas Präsident Xi Jinping, Russlands Staatsoberhaupt Wladimir Putin, US-Präsident Donald Trump und dem iranischen Atomprogramm.

Dem Bericht nach wurde die Attacke von der Sicherheitsfirma Area 1 entdeckt, die der Zeitung mehr als 1100 Depeschen zur Verfügung stellte. Bei den meisten Dokumenten handelt sich demnach um Zusammenfassungen von Gesprächen etwa mit Staats- und Regierungschefs.

Ein Bericht von EU-Diplomaten aus Moskau resümierte demnach das Treffen zwischen Putin und Trump im Juli in Helsinki als "erfolgreich (zumindest für Putin)". Eine weitere Depesche enthalte die umfassende Analyse eines Gesprächs zwischen EU-Vertretern und Xi, der mit den Worten zitiert werde, Trumps Schikanen gegenüber Peking glichen einem Freestyle-Boxkampf ohne jegliche Regeln. Andere Papiere befassen sich mit der Lage auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim. 

EU-Flaggen wehen vor dem Gebäude der Europäischen Kommission in Brüssel. | Bildquelle: dpa
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Die Zentrale der EU-Kommission. Das Netz des diplomatischen Dienstes wurde offenbar nicht ausreichend geschützt.

Es war nicht schwer

Dem Unternehmen zufolge seien die Hacker über eine einfache Phishing-Attacke in das Netzwerk eingedrungen. Allerdings hätten sie keine streng geheimen Dokumente entwendet - diese würden über ein stärker gesichertes Netzwerk verschickt.

Die Hacker seien auch in die Netze der Vereinten Nationen sowie von Außen- und Finanzministerien weltweit eingedrungen. Die Methoden des Angriffs ähnelten laut Area 1 den Methoden einer Eliteeinheit des chinesischen Militärs.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Dezember 2018 um 12:00 Uhr in den Nachrichten.

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