In Guatemala-Stadt protestieren Demonstranten gegen Präsident Perez Molina

Protest in Guatemala Gegen Korruption, gegen die Regierung

Stand: 17.05.2015 05:38 Uhr

Ein Korruptionsskandal erzürnt die Menschen in Guatemala. Zwar gab die Vizepräsidentin inzwischen ihr Amt auf, doch das reicht den Bürgern nicht. Etwa 40.000 Menschen forderten auf einer Demonstration den Rücktritt von Präsident Pérez.

Tausende Menschen sind in Guatemala auf die Straßen gegangen, um gegen die Korruption in ihrer Regierung zu protestieren und den Rücktritt von Präsident Otto Pérez Molina zu fordern.

Die Demonstranten versammelten sich zu einem friedlichen Protestmarsch, der über soziale Medien organisiert wurde. Auf dem zentralen Platz der Hauptstadt verliehen sie mit Pfeifen und Trommeln ihren Forderungen Ausdruck. Sie verlangten eine Reform der Regierung, um undurchsichtigen Finanztransaktionen ein Ende zu machen.

Tausende Menschen demonstrieren auf dem zentralen Platz in Guatemala-Stadt gegen die Regierung.

Die Organisatoren schätzten die Zahl der Teilnehmer in der Hauptstadt Guatemala-Stadt auf 40.000. Medienberichten zufolge gab es auch in 13 der 22 Departements des zentralamerikanischen Landes Protestkundgebungen.

Skandal um Bestechungsgelder

Auslöser der Proteste war ein Korruptionsskandal, der Mitte April von der Staatsanwaltschaft und der UN-Kommission für die Reform der Justiz aufgedeckt worden war. Demnach wurden Bestechungsgelder für geringere Zollgebühren gezahlt. Nach Einschätzungen von Staatsanwälten soll der Staat um viele Millionen Dollar betrogen worden sein.

Die achtmonatigen Ermittlungen bestätigten die Existenz eines Korruptionsnetzwerks, das vom Privatsekretär von Vizepräsidentin Roxana Baldetti geleitet wurde. Diese versicherte, nichts von den Machenschaften ihres Sekretärs Juan Carlos Monzón gewusst zu haben. Dennoch trat sie am 8. Mai zurück. Am Donnerstag wurde sie durch Alejandro Maldonado ersetzt.

Roxana Baldetti

Die zurückgetretene Vizepräsidentin Baldetti

Präsident Otto Perez Molina (l.) und Vizepräsident Alejandro Maldonado

Baldettis Nachfolger Maldonado (r.) und neben ihm Präsident Molina

Mindestens 50 Bürger und Staatsbedienstete, darunter die amtierenden und früheren Chefs der Steuerbehörde, gelten in dem Fall als Verdächtige. Mehrere Beamte wurden festgenommen. Der Sekretär Monzón befindet sich noch auf der Flucht.

Demonstranten beschuldigen Pérez der Mitwisserschaft

Die Demonstranten zeigten sich überzeugt, dass Vizepräsidentin Baldetti und Präsident Molina von dem Korruptionsnetzwerk gewusst haben müssen. "Das Ziel dieses Marsches ist, dass alle Korrupten vor Gericht gestellt werden", sagte ein Student. "Die Demonstrationen werden weitergehen, bis der Präsident zurücktritt." Sie hätten genug von der Korruption in Guatemala und würden "nicht länger schweigen", sagte er weiter.

Staatschef Molina wies eine Verwicklung in den Skandal zurück und erklärte, dass der Korruption der Kampf angesagt werden müsse.