Logo Russia Today auf einem Transporter | Bildquelle: picture alliance / Iliya Pitalev

Britische Medienaufsicht Geldstrafe gegen Russia Today

Stand: 26.07.2019 14:10 Uhr

200.000 Pfund Geldstrafe soll der Fernsehsender Russia Today in Großbritannien zahlen. Die Medienaufsicht wirft RT fehlende Objektivität vor. In der Berichterstattung habe es "schwerwiegende Verstöße" gegeben.

Die britische Medienaufsicht hat eine Geldstrafe von 200.000 Pfund, umgerechnet rund 225.000 Euro, gegen den russischen Fernsehsender Russia Today (RT) verhängt. Die Aufsichtsbehörde Ofcom warf dem Sender vor, nicht objektiv genug über verschiedene Themen berichtet zu haben.

Ofcom bemängelte die Berichterstattung über den Giftanschlag auf den früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal, die Politik in der Ukraine und den Konflikt in Syrien. Die Medienaufsicht sah "schwerwiegende Verstöße". Besonders besorgniserregend sei gewesen, dass diese Verstöße häufig und über einen relativ kurzen Zeitraum aufgetreten seien.

Sender weist Vorwürfe zurück

RT bezeichnete die Strafe als falsch und unangemessen. Ein Sprecher sagte, man werde rechtliche Schritte prüfen. Kritiker werfen dem vom Kreml finanzierten Sender vor, ein Propagandaorgan der russischen Regierung zu sein.

Ofcom hatte die entsprechenden Sendungen bereits im Dezember beanstandet und dem Sender mit Sanktionen gedroht. Danach war der Sender vor Gericht gezogen. Er kritisiert nun, dass die Geldbuße verhängt wurde, ohne auf die Entscheidung der Richter zu warten. Außerdem übersteige die Höhe der Strafe Fälle, in denen Verstöße wie Hassreden geahndet worden seien.

Als Reaktion auf das Vorgehen aus Großbritannien nahm die russische Medienaufsichtsbehörde den britischen Sender BBC ins Visier. Eine Entscheidung dazu steht noch aus.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Juli 2019 um 14:00 Uhr.

Darstellung: