Auf einer Anzeigetafel in London wird vor einem hohen Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus gewarnt. | dpa

Variante aus Südafrika Weitere Virus-Mutation in Großbritannien

Stand: 23.12.2020 20:42 Uhr

In Großbritannien sind zwei Fälle einer Corona-Mutante aus Südafrika entdeckt worden. Diese Variante soll noch ansteckender sein als die erste Mutation. "Das bereitet uns große Sorgen", sagte Gesundheitsminister Hancock.

Wissenschaftler haben laut dem britischen Gesundheitsminister Matt Hancock eine weitere neue Variante des Coronavirus entdeckt. Sie sei bei zwei Personen festgestellt worden, die Kontakt zu Menschen gehabt hätten, die kürzlich aus Südafrika eingereist seien, sagte Hancock. "Diese neue Variante bereitet uns große Sorgen, weil sie noch schneller übertragen wird", sagte der britische Minister. Sie trägt die Bezeichnung 501.V2.

Noch "weiter mutiert"

Die bislang zusammengetragenen Informationen deuteten darauf hin, dass die neue Variante "weiter mutiert" sei als diejenige, wegen der viele Staaten Einreiseverbote für Großbritannien verhängt haben. Jede Person, die in den vergangenen zwei Wochen in Südafrika gewesen sei und deren enge Kontaktpersonen müssten sich sofort in Quarantäne begeben, sagte Hancock. Er gab auch neue Reisebeschränkungen für Südafrika bekannt, wo diese Variante des Virus entdeckt wurde. Am vergangenen Freitag hatte der südafrikanische Gesundheitsminister Zweli Mkhize davon gesprochen, dass 501.V2 in seinem Land kursiere.

Zuletzt hatten sich die Infektionszahlen in Großbritannien deutlich erhöht. Hancock kündigte an, dass von diesem Samstag an die Corona-Maßnahmen in weiteren Gebieten in Südengland deutlich verschärft werden. Sie werden in die beiden höchsten Risikogruppen 3 und 4 eingestuft. Dort gelten dann weitreichende Ausgangs- und Reiseverbote wie bereits seit einigen Tagen in London. Derzeit werden nach offiziellen Angaben knapp 19.000 Covid-Patienten in Krankenhäusern behandelt, das seien fast so viele wie zum Höhepunkt der ersten Infektionswelle im Frühjahr.

Mutation sorgt für Reiseverbote

Erst vor wenigen Tagen war eine mutierte Variante des Coronavirus - mit dem Namen B.1.1.7. - in Großbritannien entdeckt worden, die offenbar deutlich ansteckender ist, als die bislang bekannte Variante. Deshalb erließen zahlreiche Staaten Einreiseverbote von der Insel. Experten sind aber zuversichtlich, dass die derzeit gängigen Impfstoffe auch gegen mutierte Varianten helfen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Dezember 2020 um 21:00 Uhr.