LKW stehen auf der Autobahn | Bildquelle: REUTERS

Nach Reisebeschränkungen Kein Ende des Lkw-Staus in Sicht

Stand: 23.12.2020 11:52 Uhr

Frankreich hat das Einreiseverbot aus Großbritannien ausgesetzt - Fracht und Passagiere können die Grenze wieder passieren. Doch der Stau löst sich so schnell nicht auf. Vor Ort kam es zu Schubsereien und Handgemenge.

Nach der Lockerung einer zweitägigen Sperre durch Frankreich sind wieder Fracht und Passagiere aus Großbritannien im Land angekommen. Reporter der Nachrichtenagentur AP sahen, wie eine Fähre in den französischen Hafen Calais einfuhr. Züge mit Fracht und Autopassagiere dürfen unter dem Ärmelkanal über die Grenze fahren.

Wer aus Großbritannien in Frankreich eintrifft, muss sich einem Coronavirus-Test unterziehen, bei dem die in Großbritannien ermittelte Variante ausfindig gemacht werden kann. Der Test darf zudem nicht älter als 72 Stunden sein. Das geht aus der Vereinbarung hervor, die französische, britische und europäische Behörden nach 48-stündigen Verhandlungen trafen.

Vassili Golod, ARD London, zur aktuellen Stau-Lage vor Ort
tagesschau 12:00 Uhr, 23.12.2020

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Stau könnte noch Tage andauern

Bis sich der immense Lkw-Stau rund um den Hafen von Dover auflöst, dürfte es nach Angaben der britischen Regierung aber "einige Tage" dauern. Es gebe nun "viel zu tun" und das Problem werde nicht "sofort" gelöst sein, sagte Wohnungsbauminister Robert Jenrick am Mittwoch dem Sender Sky News.

Der Hafen von Dover hatte in der Nacht zum Mittwoch wieder geöffnet, nachdem sich Paris und London auf eine Lockerung der strikten Reise- und Verkehrsbeschränkungen geeinigt hatten. Frankreich hatte wegen der in Großbritannien aufgetauchten neuen Coronavirus-Variante die Grenzen für den Frachtverkehr vorübergehend geschlossen. Das hatte die Befürchtung von Versorgungsengpässen in Großbritannien vor allem bei frischen Gütern geschürt.

Nach Jenricks Angaben steckten gestern Abend rund um das Hafengebiet etwa 4000 Laster fest - entweder auf der Autobahn nach Dover oder auf einem angrenzenden ungenutzten Flughafen. Unter anderem dort sollen sich die Lkw-Fahrer nun testen lassen können.

Handgemenge zwischen Lkw-Fahrern und Polizisten

Der britische Verkehrsminister Grant Shapps versicherte, es seien genügend Tests unterwegs. Gleichzeitig warnte er aber: "Kommen Sie nicht nach Dover, warten Sie erst mal ab". Es könne zwei, drei Tage dauern, bis der Stau aufgelöst sei.

Zwischen den wartenden Lastwagenfahrern und der Polizei kam es zwischenzeitlich auch zu Schubsereien und Handgemenge. Frustrierte Fahrer hätten die Polizei ausgepfiffen, einige versuchten, an den Beamten vorbeizukommen, wie britische Medien berichteten.

Viele mussten die dritte Nacht in Folge in ihren Fahrzeugen verbringen und berichten, dass es kaum Versorgung gibt, während sie in ihren Kabinen festsitzen und die nächste Einkaufsmöglichkeit viele Kilometer entfernt ist. Einige der Lkw haben verderbliche Ware wie Fisch oder Meeresfrüchte geladen.

Uneinigkeit über Art der Tests

London und Paris hatten bis zuletzt offenbar um die Frage gerungen, welche Tests durchgeführt werden sollen. Die französische Regierung hat Labortests gefordert, weil diese als verlässlicher gelten, allerdings muss man auf deren Ergebnis 24 bis 48 Stunden warten. Das erschien der britischen Regierung als nicht praktikabel.

Stattdessen sollen die Lkw-Fahrer nun einen Schnelltest machen dürfen, sofern gesichert ist, dass der das mutierte Virus erkennt.

Lkw auf einem Parkplatz bei Dover | Bildquelle: AP
galerie

Tausende Lkw-Fahrer mussten auf Parkplätzen auf ihre Weiterfahrt warten.

Bis zu 4000 Lkw warten auf Weiterreise

Frankreich hatte die Grenze in der Nacht von Sonntag auf Montag geschlossen. Inzwischen haben mehr als 50 Länder die Einreise aus Großbritannien gestoppt, nachdem hier eine neue, sich besonders schnell verbreitende Mutation des Corona-Virus festgestellt wurde. Gestern meldeten die britischen Behörden fast 37.000 Neuinfektionen, das ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie.

Mit Informationen von Thomas Spickhofen und Imke Köhler, ARD-Studio London

Frankreich lockert Einreisesperre für Reisende aus GB
Sabine Wachs, ARD Paris
23.12.2020 06:56 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Dezember 2020 um 06:00 Uhr.

Darstellung: