Arbeitsamt in London | Bildquelle: picture alliance / Photoshot

Corona-Pandemie in Großbritannien Rekordanstieg an Arbeitslosen

Stand: 19.05.2020 11:49 Uhr

Die Corona-Krise trifft die britische Wirtschaft immer härter: Im März mussten Hunderttausende Briten Arbeitslosenhilfe beantragen. In den kommenden Monaten könnte die Pandemie noch drastischere Auswirkungen haben.

Die Auswirkungen der Corona-Krise zeigen sich nun immer drastischer auf dem britischen Arbeitsmarkt. Im Mai beantragten so viele Bürger Arbeitslosenhilfe wie noch nie zuvor innerhalb eines Monats.

Nach Angaben des britischen Statistikamtes ONS gingen im vorigen Monat 856.500 Anträge auf die finanzielle Unterstützung ein - ein Plus von 69 Prozent auf insgesamt 2,1 Millionen Arbeitslose landesweit. Einen solchen Höchststand an Erwerbslosigkeit hatte Großbritannien zuletzt vor 24 Jahren verzeichnet.

Staatshilfen sichern vorerst Millionen Jobs

Die Zahlen wären aus Sicht des ONS sogar noch düsterer ausgefallen, hätte die britische Regierung nicht ein Rettungspaket auf den Weg gebracht, mit dessen Hilfe die Gehälter von Beschäftigten weiter gezahlt wurden, die wegen der Krise beurlaubt werden mussten. Bis zu 80 Prozent des Nettolohns wurden durch die staatlichen Hilfen abgedeckt. Schätzungen zufolge konnten so vorerst bis zu 7,5 Millionen Jobs im ganzen Land gerettet werden.

Doch die Folgen der Pandemie könnten sich in den kommenden Monaten noch verschlimmern. Im Gegensatz zu anderen EU-Staaten hatte Großbritannien erst spät Einschränkungen wie die Schließung von Geschäften und Betrieben angeordnet. Die Zahlen vom März decken nur den Anfangszeitraum der Auflagen ab.

Wirtschaftsleistung bricht massiv ein

Zudem steht der britischen Wirtschaft wohl noch ein massiver Einbruch bevor: Die Notenbank des Landes schätzt, dass die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr insgesamt um bis zu 14 Prozent einbrechen könnte.

Schon im März ging das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vormonat um 5,8 Prozent zurück und damit so stark wie noch nie. Im gesamten ersten Quartal gab es mit 2,0 Prozent das stärkste Wirtschaftsminus in Großbritannien seit der Finanzkrise Ende 2008.

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