Eine griechische Flagge weht vor der Akropolis. | Bildquelle: REUTERS

Nach Bestechungsvorwürfen Griechenland weist russische Diplomaten aus

Stand: 11.07.2018 12:17 Uhr

Zwei russische Diplomaten müssen wegen Bestechungsvorwürfen Griechenland verlassen. Sie sollen versucht haben, eine Einigung im Namensstreit mit Mazedonien zu verhindern.

Von Christian Buttkereit, ARD-Studio Istanbul

Griechenland weist zwei russische Diplomaten aus. Sie sollen versucht haben, kirchliche Würdenträger und Bürgermeister zu bestechen. Die Diplomaten hätten versucht, mit Geld Einfluss unter anderem auf orthodoxe Bischöfe, Bürgermeister und andere Institutionen zu nehmen, schreibt die Athener Zeitung "Kathimerini".

Ziel der Russen sei es gewesen, eine Einigung im Namensstreit mit Mazedonien zu verhindern. Ein griechischer Regierungsvertreter sprach von Aktivitäten, die mit dem Diplomatenstatus nicht vereinbar seien. Einzelheiten nannte er nicht. Zwei weiteren russischen Diplomaten sei erklärt worden, ihre Einreise sei unerwünscht.

Die Regierungen in Skopje und Athen hatten im Juni nach 27 Jahren ihren Namensstreit beigelegt. Mazedonien soll künftig seinen Namen auf "Nord-Mazedonien" ändern. Damit soll eine Verwechslung mit der nordgriechischen Provinz Mazedonien verhindert werden.

Als Gegenleistung will Athen seine bisherige Blockade einer Annäherung Mazedoniens an die EU und den Beitritt zur NATO aufgeben. Russland befürchtet dadurch, an Einfluss in der Region zu verlieren.

Griechenland weist russische Diplomaten aus
Christian Buttkereit, ARD Istanbul
11.07.2018 12:03 Uhr

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