Proteste in  Skopje, der Hauptstadt des künftig wohl neu benannten Nord-Mazedonien | Bildquelle: AP

Namensstreit um Mazedonien Verletzte bei Ausschreitungen in Skopje

Stand: 18.06.2018 04:58 Uhr

Nach Unterzeichnung eines Abkommens im Namensstreit zwischen Griechenland und Mazedonien ist es in Skopje zu Ausschreitungen gekommen. Demonstranten warfen Steine und Feuerwerk. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Bei gewaltsamen Demonstrationen in der mazedonischen Hauptstadt Skopje gegen die mit Griechenland getroffene Vereinbarung zur Änderung des Landesnahmens sind am Abend mehrere Menschen verletzt worden. Medienberichten zufolge mussten sieben Polizisten und mindestens drei Demonstranten zur Behandlung ins Krankenhaus. Mindestens elf Demonstranten wurden festgenommen.

Die Polizei setzte Tränengas und Blendgranaten ein, um die gewaltsamen Proteste vor dem Parlamentsgebäude aufzulösen. Die Demonstranten hatten zuvor die Absperrgitter durchbrochen und Steine und Knallkörper auf die Sicherheitskräfte geworfen.

"Die Stadtmitte sieht aus wie ein kleines Beirut", berichtete der Fernsehkanal 1TV, der einen verletzten Kameramann beklagte.

Proteste in Skopje, der Hauptstadt des künftig wohl neu benannten Nord-Mazedonien | Bildquelle: AP
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Proteste in Skopje, der Hauptstadt des künftig wohl neu benannten Nord-Mazedonien. Die Polizei setzte Tränengas und Blendgranaten ein.

Jahrelanger Streit der Nachbarn

Die Proteste richteten sich gegen die Vereinbarung zwischen Skopje und Athen, mit dem der jahrelange Streit der Nachbarn um den Staatsnamen Mazedonien beigelegt werden soll. Danach soll sich die ehemalige jugoslawische Teilrepublik künftig Nord-Mazedonien nennen. Als Gegenleistung will Athen den Weg des Landes zur Nato und in die EU nicht länger blockieren.

Das Abkommen war gestern von den Außenministern der beiden Länder in der Grenzregion des Prespa-Sees unterzeichnet worden. Hunderte griechische und mazedonische Nationalisten demonstrierten auf beiden Seiten der Grenze, während das Abkommen unterzeichnet wurde.

Am Vorabend hatte die Polizei vor dem Athener Parlament Pfefferspray eingesetzt, um einige Dutzend Demonstranten daran zu hindern, ins Parlamentsgebäude zu gelangen.

Griechenland und Mazedonien beenden Namensstreit
tagesschau 20:00 Uhr, 17.06.2018, Michael Schramm, ARD Rom

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Volksabstimmung im Herbst

Bis zur vollen Umsetzung des Abkommens sind mehrere Schritte vorgesehen. In den kommenden Wochen muss zunächst das Parlament in Skopje die Vereinbarung billigen. Im Herbst werden dann die Mazedonier in einer Volksabstimmung das letzte Wort haben. Mazedonien grenzt im Süden an die griechische Region gleichen Namens.

Griechenland spricht dem Nachbarland das Recht auf den historischen Namen Mazedonien (Altgriechisch: Makedonia) ab. Aus diesem Grund blockiert Athen seit der Unabhängigkeit Mazedoniens 1991 den Beitritt des Nachbarn in die NATO und die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der EU.

Skopje: Gewaltsame Proteste gegen Namenseinigung mit Athen
Andrea Beer, ARD Wien
18.06.2018 09:01 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Juni 2018 um TS 04:51 Uhr.

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