Soldaten an der Grenze zwischen den USA und Mexiko. | Bildquelle: AP

Grenze zu Mexiko US-Behörden melden starken Andrang

Stand: 06.03.2019 04:28 Uhr

Die Zahl der Migranten, die illegal über die mexikanische Grenze in die USA einreisen, ist deutlich gestiegen. Die US-Grenzpolizei griff nach eigenen Angaben im Februar rund 76.000 Migranten auf - darunter vor allem Familien.

Über die Südgrenze der USA sind Behördenangaben zufolge zuletzt so viele Migranten ins Land gekommen wie lange nicht mehr. Im Februar seien mehr als 76.000 Menschen nach einer Einreise aus Mexiko auf US-Territorium gestoppt worden, weil sie ohne gültige Papiere über die Grenze gekommen seien. Wie der Chef des US-Grenzschutzes, Kevin McAleenan, mitteilte, seien das mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum und die höchste monatliche Zahl seit Oktober 2013.

Bei den meisten habe es sich um Familien gehandelt, die sich in immer größeren Gruppen auf den Weg machten, sagte McAleenan. In den vergangenen Monaten seien 70 Gruppen mit mehr als 100 Menschen gezählt worden. Unter den Migranten seien auch rund 6800 unbegleitete Minderjährige gewesen.

"Humanitäre Krise"

Früher kamen vor allem alleinstehende Männer aus Mexiko, die Arbeit suchten. Die Behörden konnten sie leicht ins Nachbarland abschieben. Das hat sich geändert: Es sind vor allem Familien aus Staaten wie Guatemala, Honduras und El Salvador, die versuchen in die Vereinigten Staaten zu fliehen. Auffanglager und Posten entlang der Grenze zu Mexiko sind darauf nicht vorbereitet. Eine Journalistin des Fernsehsenders PBS berichtete aus Arizona, dass Beamte eines Grenzpostens in einem Raum für Bürobedarf jetzt Babywindeln lagern.

Die Menschen überquerten illegal in sehr ländlich geprägten Gebieten mit wenigen Beamten die Grenze. Der Andrang überfordere die Grenzschutzbehörden und Einrichtungen, sagte McAleenan. Das System sei weiter "an der Grenze der Belastbarkeit". Er verlangte von der US-Regierung Hilfe für die Länder Mittelamerikas, Geld, um die Krise im Grenzgebiet zu entschärfen, und eine moderne Grenzbarriere. McAleenan sprach von einer "humanitären" Krise und einer Krise der "nationalen Sicherheit".

US-Präsident Donald Trump sieht sich bestätigt. Im Kampf gegen die illegale Einwanderung will er eine Mauer an der Grenze zu Mexiko errichten. Zur Finanzierung des höchst umstrittenen Vorhabens rief er im Februar den Notstand aus, weil ihm der Kongress die Mittel verweigerte. Der Kongress lehnt den Notstand voraussichtlich ab, dann wird Trump sein Veto gegen eine Resolution einlegen müssen und schließlich kommt die Entscheidung vor Gericht.

Mit Informationen von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

US-Grenze zu Mexiko: 76.000 Festnahmen im Februar 2019
Torsten Teichmann, ARD Washington
06.03.2019 06:14 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 06. März 2019 B5 aktuell um 06:04 Uhr und Inforadio um 06:23 Uhr.

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