Der ausgebrannte Grenfell-Tower | Bildquelle: AFP

Grenfell-Katastrophe Feuerwehr-Chefin tritt zurück

Stand: 06.12.2019 16:25 Uhr

Die Chefin der Londoner Feuerwehr hat ihren Rücktritt angekündigt. Sie reagierte damit auf Kritik am Einsatz bei dem Grenfell-Feuer im Jahr 2017 mit 72 Toten. Die Feuerwehr hatte den Bewohnern geraten, in ihren Apartments zu bleiben.

Bei der Vorstellung eines Untersuchungsberichts wies die Londoner Feuerwehr noch die Kritik an der Bekämpfung des Grenfell-Feuers zurück. Jetzt zieht die Chefin Dany Cotton trotzdem Konsequenzen aus der Kritik und kündigte ihren vorzeitigen Rücktritt zum Jahresende an.

Feuerwehr forderte zum Verbleib in Wohnungen auf

Bei dem Feuer in einem Wohnturm im Londoner Stadtteil Kensington vor zweieinhalb Jahren waren 72 Menschen ums Leben gekommen. Kritisiert wurde insbesondere die Anweisung der Feuerwehr an die Bewohner des Hochhauses, in den Wohnungen zu bleiben. Angehörige der Toten forderten darauf die Entlassung der Feuerwehrchefin. Damals verteidigte Cotton das Vorgehen der Einsatzkräfte und wies auf bauliche Mängel hin.

Das für Parlamentsfragen zuständige Kabinettsmitglied Jacob Rees-Mogg hatte mit der Aussage für Empörung ausgelöst, einige der 72 Opfer der Brandkatastrophe hätten überleben können, wenn sie ihrem "gesunden Menschenverstand" gefolgt und aus dem brennenden Hochhaus geflohen wären. Später entschuldigte sich der konservative Politiker dafür.

Brennender Grenfell-Turm | Bildquelle: AP
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Die Brandkatastophe in London wurde in Großbritannien auch zu einem Politikum.

Der Brand am 14. Juni 2017 war durch einen elektrischen Defekt ausgelöst worden. Die Flammen breiteten sich dann in rasendem Tempo über die Außenverkleidung in dem 24-stöckigen Sozialbau aus.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Dezember 2019 um 18:00 Uhr.

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