Jason Greenblatt | Bildquelle: AFP

Rückzug von Greenblatt Trumps Nahost-Vermittler tritt ab

Stand: 05.09.2019 19:23 Uhr

Jason Greenblatt war von US-Präsident Trump mit der Ausarbeitung eines Nahost-Friedensplans beauftragt worden. Der Plan soll fertig sein, doch noch vor dessen Veröffentlichung tritt Greenblatt zurück. Der Grund ist unklar.

Der US-Sondergesandte für den Nahen Osten, Jason Greenblatt, hat seinen Rücktritt angekündigt. Es sei ihm eine "lebensprägende Ehre" gewesen, dem Weißen Haus zu dienen, so Greenblatt. Gründe für seinen Rücktritt nannte er nicht.

US-Präsident Donald Trump twitterte, Greenblatt verlasse die Regierung, um künftig im Privatsektor zu arbeiten. Nähere Angaben machte auch er nicht. Trump lobte Greenblatt als "loyalen und großartigen Freund". Nach Angaben des Weißen Hauses wird er in den kommenden Wochen aus dem Amt scheiden.

Abgang zu bemerkenswertem Zeitpunkt

Greenblatts Abgang kommt zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt. Seit langem wird die Vorlage eines Friedensplans zur Lösung des Nahost-Konfliktes zwischen Israel und den Palästinensern erwartet. Trump hatte einen solchen Plan bereits vor seinem Amtsantritt im Januar 2017 angekündigt. Mit der Ausarbeitung betraute Trump später seinen Schwiegersohn Jared Kushner - und Greenblatt.

Jason Greenblatt | Bildquelle: AFP
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Jason Greenblatt - hier auf einem Archivbild aus dem Jahr 2017.

Palästinenser wollen Plan nicht akzeptieren

Der Plan ist nach Angaben des Weißen Hauses fertiggestellt. Wann er nun veröffentlicht wird, ist unklar. Trump hatte Ende August am Rande des G7-Gipfels im französischen Biarritz vage eine Präsentation noch vor der israelischen Parlamentswahl am 17. September in Aussicht gestellt. Greenblatt wiederum hatte kurz darauf erklärt, man habe entschieden, den Plan nicht vor der Wahl zu veröffentlichen - auch nicht Teile davon.

Die Palästinenser werfen der US-Regierung vor, auf der Seite Israels zu stehen und kein unparteiischer Vermittler zu sein. Die Palästinenserführung hat bereits erklärt, den Friedensplan in jedem Fall abzulehnen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. September 2019 um 20:00 Uhr.

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