Flammen und Rauch auf einer Bergkuppe in der Nähe einer Siedlung auf Gran Canaria. | Bildquelle: REUTERS

Waldbrand auf Gran Canaria "Déjà-vu mit dem Feuer"

Stand: 20.08.2019 04:00 Uhr

Solch einen schweren Waldbrand hat Gran Canaria lange nicht erleben müssen: Die Behörden haben Ortschaften rund um das Feuer geräumt und 9000 Menschen evakuiert. Ein Besuch in einer provisorischen Notunterkunft.

Von Oliver Neuroth, ARD-Studio Madrid

Das Gesundheitszentrum von San Mateo ist eine von drei provisorischen Notunterkünften auf Gran Canaria. Etwa 400 Menschen sind hier zurzeit untergebracht. Sie schlafen auf Feldbetten, werden von der Gemeinde und dem Roten Kreuz verpflegt. Auch Juan muss hier ausharren, solange sein Haus nahe der Ortschaft Tejeda von den Flammen bedroht ist. Wieder einmal.

"Sie haben uns vergangene Woche schon hierher gebracht, und wir mussten ein paar Tage bleiben. Am Samstag ging es dann wieder los, nachmittags gegen vier Uhr zog eine dicke Rauchwolke zu uns. Abends wurden wir erneut abgeholt. Es ist wie ein Déjà-vu."

Juan gehört mit seinen 47 Jahren noch zu den Jüngeren in der Notunterkunft. Vor allem alte Menschen sind hier untergebracht, viele Kleinbauern, die Äcker in der Inselmitte Gran Canarias bewirtschaften. Zum Beispiel Francisco mit seiner fast 90 Jahre alten Mutter.

"Gott sei Dank kümmert man sich gut um uns. Wir bekommen etwas zu Essen, werden ärztlich versorgt. Aber wir wissen nicht, was mit unserem Haus ist, ob es noch steht. Ich habe Tiere dort: Meinen Hund und Ziegen. Es ist einfach schrecklich, daran zu denken. Ich fange gleich wieder an zu zittern."

Waldbrände auf Gran Canaria weiter außer Kontrolle
tagesschau 20:00 Uhr, 19.08.2019, Natalia Bachmayer, ARD Madrid

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Nur das Nötigste gepackt

So wie Francisco geht es vielen Menschen in der Unterkunft. Sie sind angespannt, weil sie all ihr Hab und Gut zurücklassen mussten, oft nur Zeit hatten, eine kleine Tasche mit dem Nötigsten zu packen, bevor sie von den Rettungskräften abgeholt wurden. Maru Vázquez ist Einsatzleiterin des Roten Kreuzes Gran Canaria.

"Die Situation ist sehr ernst. Die Menschen sind nervös, fühlen sich schlecht, machen sich Sorgen um ihre Tiere, ihr Haus, wollen wissen, was damit ist. Daher kümmern wir uns nicht nur um ihre Verpflegung, sondern bieten auch eine psychologische Betreuung an."

Maru Vázquez zählt darauf , dass die ersten Bewohner der Region heute oder morgen wieder zurück in ihre Häuser können, so wie es die Inselregierung in Aussicht stellt. Doch dafür müssen die Einsatzkräfte das Feuer endlich unter Kontrolle bekommen.

Immerhin: Die Temperaturen auf der Insel sind gesunken, die Luftfeuchtigkeit gestiegen und der Wind hat etwas nachgelassen. Vor allem eine Flanke des Brandes macht den Helfern zu schaffen, die südliche. Sie schließen es nicht aus, weitere Ortschaften in diesem Gebiet zu räumen - rund um Mogán - sollte sich das Feuer nach Süden ausbreiten.

Fassungslosigkeit regiert

Juan aus der Notunterkunft schüttelt nur den Kopf, als er diese neuesten Entwicklungen hört.

"Ich bin 47 Jahre alt und habe so etwas auf Gran Canaria noch nie erlebt. Auch ältere Leute nicht. Was dieses Jahr hier passiert, ist einfach merkwürdig."

Juan hofft, dass dieser dritte Waldbrand in kurzer Zeit erst einmal der letzte sein wird und er nicht zum Dauergast der Notunterkunft wird. Ein Déjà-vu mit dem Feuer reicht ihm.

"Déjà-vu mit dem Feuer": Besuch einer Waldbrand-Notunterkunft auf Gran Canaria
Oliver Neuroth, ARD Madrid, z.Z. Gran Canaria
20.08.2019 05:30 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. August 2019 um 05:51 Uhr.

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