Bruno Mars mit seinen sechs Grammys | Bildquelle: REUTERS

Gala in New York Sechs Grammys für Bruno Mars

Stand: 29.01.2018 06:44 Uhr

"24K Magic" hat die Jury überzeugt. Der Grammy für das beste Album des Jahres geht diesmal an den R&B-Sänger Bruno Mars - und fünf weitere Preise auch. Neben der Musik gab es auch politische Statements.

Er siegte in allen Kategorien, in denen er nominiert war und setzte sich gegen mehrere andere Größen wie Jay-Z und Kendrick Lamar durch: Bruno Mars hat abgeräumt. Sechs Grammys allein nur für ihn und vor allem in der Königsdisziplin. Den Preis für das beste Album des Jahres bekam er für "24K Magic". Den Preis für den besten Song des Jahres erhielt er für "That's What I Like".

"Mein Vater, wenn du das hier (im Fernsehen) siehst, Papa, ich liebe dich. Schau mich an, ich bin bei den Grammys!", rief er bei der Annahme des Preises.

Zum ersten Mal seit 15 Jahren aus New York

Für ihre Jubiläumsausgabe - es war die 60. Verleihung - kamen die Grammys zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder aus New York, der Geburtsstadt des Hip Hop. Da passt es, dass Rapper Kendrick Lamar fünf Preise gewann. Ein Schlag ins Gesicht ist der Abend dagegen für den New Yorker Rap-Star Jay-Z, der mit acht Nominierungen als Favorit gestartet war, dann aber leer ausging.

Nach einem fulminanten Auftritt von Lamar zusammen mit U2 als Show-Opener wurde die Preis-Gala der Musikindustrie vor allem in ihrem letzten Drittel immer politischer.

Die frühere US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton las in einer vorab aufgezeichneten Videobotschaft überraschend aus dem Enthüllungsbuch "Fire and Fury" über den Wahlkampf und die Amtszeit von US-Präsident Donald Trump vor - zusammen mit Musikstars wie Snoop Dog und Cher. Die Rockband U2 trat vor der Freiheitsstatue auf. Sängerin Camila Cabello sprach davon, eine stolze, aus Kuba und Mexiko stammende Frau zu sein, die in Havanna auf die Welt gekommen sei. Mit Blick auf die Debatte um junge, auch als "Dreamer" bekannte Migranten, für die ein US-Programm zum Schutz vor Abschiebung ausläuft, sagte sie: "Diese Land wurde von 'Dreamern' gebaut - für Träumer, die den amerikanischen Traum verfolgen."

Hillary Clinton liest bei den Grammys per Video aus "Fire and Fury" vor. | Bildquelle: dpa
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Hillary Clinton liest per Video aus "Fire and Fury" vor.

Weiße Rosen

Aus Solidarität mit der #TimesUp-Bewegung zum Kampf gegen sexuelle Übergriffe trugen mehrere Musiker weiße Rosen am Revers oder in der Hand. Die weiße Rose galt bei der Verleihung in New York als Pendant zur schwarzen Kleidung, in der Prominente bei der Golden Globe-Gala Anfang Januar erschienen waren.

Dazu gehört auch das klare Bekenntnis: Die Branche sei nicht besser als die Welt des Films oder der Politik. Auch hier gebe es sexuelle Übergriffe, den Missbrauch von Macht, so die Sängerin Janelle Monáe.

Lady Gaga im Federkostüm am Flügel | Bildquelle: AP
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Auch Lady Gaga kam mit einer weißen Rose. Mit weißen Flügeln am weißen Flügel tritt sie hier mit Mark Ronson auf.

Grammy für Kraftwerk

Insgesamt 84 Grammys wurden bei der Gala verliehen - ein Großteil der Preise allerdings schon vor der Show - so auch für die deutschen Elektro-Pioniere von Kraftwerk. Die Band bekam den Preis in der Sparte "Bestes Dance/Elektronisches Album" für das Boxset "3D - Der Katalog", eine Sammlung von Audio- und Videoaufnahmen von Kraftwerk-Liveauftritten.

Die Wegbereiter der elektronischen Popmusik waren bereits vor drei Jahren von der Recording Academy mit einem Preis für ihr Lebenswerk geehrt worden. Dieser Preis wird von der Akademie allerdings außerhalb des Wettbewerbs vergeben. Mit dem Preis für "3D" setzte sich die 1970 in Düsseldorf gegründete Band nun zum ersten Mal im direkten Wettbewerb gegen andere Grammy-Kandidaten durch.

In der Klassik-Sparte gingen die deutschen Grammy-Kandidaten in diesem Jahr weitgehend leer aus. An einem Preis beteiligt sind allerdings die deutschen Opernsänger Roman Trekel und Anne Schwanewilms. Der Bariton und die Sopranistin verkörpern die Hauptrollen in der Aufführung von Alban Bergs "Wozzeck" durch das Houston-Symphonieorchester, die als beste Opernaufnahme ausgezeichnet wurde.

Mit Informationen von Kai Clement, ARD-Studio New York

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 29. Januar 2018 um 6:45 Uhr.

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