Vom Krieg zerstörte Stadt Kobane

Global Peace Index Viel mehr Krieg und ein bisschen Frieden

Stand: 17.06.2015 09:47 Uhr

Kriege, Terror, Vertriebene - die Welt ist im Jahre 2014 gewaltsamer geworden. Vor allem in Syrien hat sich die Lage verschärft. Gleichzeitig werden die Gegensätze zwischen friedlichen Regionen und von Krieg und Bürgerkrieg zerrütteten Ländern größer.

Die Welt ist heute weniger friedlich als noch vor wenigen Jahren. Das ist das Ergebnis des Global Peace Index, der 162 Länder auf ihre Friedlichkeit hin untersucht. Dieser Trend kommt vor allem durch die hohe Zahl an Flüchtlingen und Vertriebenen, die Zahl der Toten durch gewaltsame Konflikte innerhalb eines Landes und die Auswirkungen von Terrorismus zustande. Allein im vergangenen Jahr wurden 20.000 Menschen weltweit durch Terroranschläge getötet. Vor zehn Jahren waren es 2000.

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Die Welt ist heute weniger friedlich als noch vor wenigen Jahren. Das ist das Ergebnis des Global Peace Index, der 162 Länder auf ihre Friedlichkeit hin untersucht.

Dramatisch hat sich die Intensität von internen bewaffneten Konflikten verschärft - also jenen Konflikten, die sich zwischen der Regierung und mindestens einer anderen Gruppe innerhalb eines Landes abspielen. 2014 starben in diesen Konflikten weltweit 180.000 Menschen. 2010 waren es noch 49.000.

Syrien bleibt Schlusslicht

Die Gegensätze zwischen friedlichen Weltregionen und von Krieg und Bürgerkrieg zerrütteten Ländern werden der Studie zufolge größer. Sinkende Mordraten und geringere Ausgaben für Militäreinsätze bescherten einigen Ländern Rekordwerte auf der Friedensskala, heißt es im aktuellen Global Peace Index.

Raketeneinschlag in Gaza-Stadt.
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Raketeneinschlag in Gaza-Stadt - der Nahe Osten ist eine der am meisten von Konflikten und Gewalt betroffene Region.

Dagegen schnitten der Nahe Osten und Nordafrika so schlecht ab wie seit 2008 nicht. Schlusslicht im Länder-Ranking bleibt demnach das vom Bürgerkrieg zerrüttete Syrien, das im vergangenen Jahr auf den letzten Platz gerutscht war und hinter dem Irak und Afghanistan liegt. Der Nahe Osten und Nordafrika sind erneut die am meisten von Konflikten und Gewalt betroffenen Regionen. Die deutlichste Verschlechterung dort stellten die Autoren im vergangenen Jahr in Libyen fest, wo sich islamistische und nationalistische Gruppen bekämpfen.

Deutschland auf Platz 16

Europa bleibt die friedlichste Region der Welt, obwohl Terror in Dänemark und vor allem Frankreich auf die Werte dieser Länder drückte. Die drei friedlichsten Länder sind europäisch: Island, Dänemark und Österreich. Deutschland liegt auf Platz 16. Unter den Top 20 weltweit sind 15 europäische Staaten.

Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten machte Griechenland in der Region den größten Sprung nach vorn und liegt nun auf Platz 61. Zu verdanken hat das Land, dem der Staatsbankrott droht, das vor allem der sinkenden Zahl von Gewaltverbrechen.

Die Ukraine zählt im Global Peace Index nicht zu Europa, sondern zur Region Russland und Eurasien. Russlands Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim und der Krieg in der Donbas-Region ließen die Ukraine im Ranking abstürzen. "Der gesteigerte Wettbewerb zwischen Russland und dem Westen vergrößert die Wahrscheinlichkeit weiterer Konflikte in der Region in den kommenden Jahren", schreiben die Experten.

Abgerutscht in der Friedensliste sind auch Aserbaidschan und Armenien, in deren Konflikt um die Region Bergkarabach 2014 die Waffenruhe gebrochen wurde.

14 Billionen Dollar für den Krieg

Im vergangenen Jahr lagen die finanziellen Auswirkungen von Gewalt weltweit bei 14,3 Billionen US-Dollar - das sind 13,4 Prozent der weltweiten Wirtschaftskraft. Oder anders ausgedrückt: Eine Summe, die der Wirtschaftsleistung von Kanada, Frankreich, Deutschland, Spanien und dem Vereinigten Königreich entspricht.

Der Welt-Friedens-Index wird jedes Jahr vom Institute for Economics and Peace herausgegeben. Er misst Indikatoren wie Militärausgaben und -einsätze, Ausgaben für UN-Friedensmissionen, Terroranschläge, Mordraten und soziale Sicherheit.

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