Die britische Polizei patrouilliert vor Gibraltar neben dem iranischen Tanker "Grace 1". | Bildquelle: AFP

Iranischer Tanker Hunt stellt "Grace 1"-Freigabe in Aussicht

Stand: 13.07.2019 20:27 Uhr

Im Streit zwischen Großbritannien und dem Iran gibt es erste Anzeichen der Entspannung. Der britische Außenminister Hunt will den vor Gibraltar festgesetzten Tanker "Grace 1" unter Bedingungen freigeben.

Die britische Regierung hat die Freigabe des am 4. Juli vor Gibraltar beschlagnahmten iranischen Öltankers in Aussicht gestellt. Dafür müsse Teheran aber garantieren, dass das Schiff nicht nach Syrien fahre, teilte der britische Außenminister Jeremy Hunt auf Twitter mit.

Er habe ein "konstruktives Telefonat" mit seinem iranischen Amtskollegen Mohammed Dschawad Sarif geführt, schrieb Hunt. Es habe ihn in der Auffassung bestärkt, dass der Iran die Spannungen mit Großbritannien nicht weiter anheizen wolle. Hunt betonte, die britische Sorge gelte allein "dem Ziel, nicht der Herkunft" des Öls an Bord der "Grace 1".

Verstoß gegen Syrien-Sanktionen vermutet

Die Behörden in Gibraltar und die britische Royal Navy hatten den Supertanker "Grace 1" vor Gibraltar festgesetzt. Der Kapitän und drei weitere Mitglieder der Besatzung wurden vorübergehend festgenommen, aber inzwischen wieder gegen Kaution freigelassen.

US-Vertreter glauben, dass das Schiff iranisches Öl nach Syrien bringen wollte und damit gegen Sanktionen der USA und der EU verstoßen hätte. Der Iran bestreitet, dass die Öllieferung für Syrien bestimmt war, gibt aber auch nicht an, was stattdessen das Ziel des Supertankers gewesen sein soll.

Vorfall im Persischen Golf

Die Beschlagnahmung hatte die Beziehungen zwischen London und Teheran deutlich verschlechtert. Der Iran protestierte gegen das Vorgehen der britischen Behörden, bestellte mehrmals den Botschafter ein und forderte, das Schiff sofort weiterfahren zu lassen. Der Oberste Gerichtshof in Gibraltar ordnete jedoch an, dass das Schiff mindestens bis zum 21. Juli nicht wieder auslaufen darf.

Verschärft wurde der Streit durch einen Zwischenfall mit einem britischen Tanker in der Straße von Hormus am Mittwoch. Britischen Angaben zufolge hatten dort drei iranische Boote versucht, das britische Handelsschiff an der Durchfahrt zu hindern. Eine britische Fregatte zwang sie jedoch zum Abdrehen. Teheran bestritt jedoch, in den Vorfall verwickelt zu sein.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Juli 2019 um 22:00 Uhr.

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