Traktor bei der Getreideernte | Bildquelle: obs

UN-Schätzung Getreideernte deckt Verbrauch nicht

Stand: 07.04.2019 07:45 Uhr

Die Weltbevölkerung wächst - und damit auch der Hunger. Laut Experten kann die Getreideernte den globalen Bedarf aktuell nicht decken. Eine Ursache ist demnach die jüngste Dürre in Europa.

Die weltweite Getreideernte könnte zum wiederholten Mal nicht reichen, um den Bedarf zu decken. Davon gehen die UN-Welternährungsorganisation (FAO) in Rom und der Internationale Getreiderat (IGC) in London aus.

Nach einer Schätzung der FAO werden im Agrarjahr 2018/19 knapp 30 Millionen Tonnen mehr verbraucht als geerntet. Ein Agrarjahr bezeichnet den Zeitraum von einer Ernte bis zur nächsten. Die UN-Experten erwarten eine weltweite Gesamternte von fast 2,66 Milliarden Tonnen. Zu einer ähnlichen Prognose kam der Getreiderat, ein Zusammenschluss der wichtigsten Getreide produzierenden Staaten.

Mitarbeiter einer Agrargenossenschaft auf einem Weizenfeld | Bildquelle: dpa
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Laut Experten ein Grund für den Rückgang: die Dürre in der EU und in Russland im vergangenen Jahr.

Es war zu trocken

Eine Ursache des Rückgangs ist demnach die Dürre in weiten Teilen Europas im vergangenen Jahr. In der Europäische Union und in Russland ging die Weizenernte deutlich zurück. Laut Experten fiel die europäische Getreideernte im vergangenen Jahr dürrebedingt um sechs Prozent niedriger aus als im Vorjahr.

Die Folgen sind laut Bundesverband der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) bereits zu spüren: Während die Erzeugerpreise für Lebensmittel im Januar und Februar im Vergleich zum Vorjahr kaum stiegen, legten sie bei Brot und Getreideerzeugnissen in Deutschland um 6,3 Prozent zu. Schon im vergangenen Jahr gab es bei diesen Produkten größere Preiserhöhungen als bei Lebensmitteln insgesamt.

Speicher gut gefüllt

Das letzte globale Defizit beim Getreide gab es im Agrarjahr 2012/13, als die US-Farmer unter den Folgen einer längeren Dürre litten. Ein Rückgang bei der Getreideernte bedeutet laut Experten aber nicht, dass Hungersnöte drohen: Die Lagerhäuser und Speicher seien gut gefüllt. In den vergangenen Jahren sei die Getreideproduktion kräftig gestiegen - auch für die Produktion von Tierfutter und Kraftstoff.

"Wir hatten einen ziemlich kräftigen Anstieg der weltweiten Maisproduktion", sagte FAO-Ökonom Abdolreza Abbassian. In den USA sei der Anbau für die Produktion von Biokraftstoffen ausgeweitet worden. "Und auf der anderen Seite des Pazifiks essen die Chinesen mehr Fleisch." Die Ausweitung der Maisproduktion hat laut Abbassians aber keine wesentlichen Auswirkungen auf den Weizenanbau und damit die Herstellung von Lebensmitteln.

Weltgetreideernte deckt Verbrauch nicht
tagesschau 20:00 Uhr, 07.04.2019, Michael Schramm, ARD Rom

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. April 2019 um 07:00 Uhr und 08:00 Uhr in den Nachrichten.

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