Feuerwehrleute stehen vor einem brennenden Auto. | Bildquelle: REUTERS

Protest der "Gelbwesten" Viele Verletzte in Paris

Stand: 02.12.2018 10:48 Uhr

In Paris hat es bei Protesten der "Gelbwesten" wieder schweren Ausschreitungen gegeben. Mehr als 130 Menschen wurden verletzt, ganze Straßenzüge verwüstet, Banken und Geschäfte geplündert.

Bei Protesten gegen die Reformpolitik des französischen Präsidenten Emmanuel Macron hat es in der französischen Hauptstadt Paris erneut Krawalle gegeben. Die in gelben Warnwesten gekleideten Demonstranten lieferten sich auf den Champs-Elysées Straßenschlachten mit der Polizei. Ganze Straßenzüge wurden verwüstet. Nach Angaben der Polizei wurden mindestens 133 Menschen in Paris verletzt. Es gab 412 Festnahmen.

Die Polizisten reagierten auf die Krawalle mit Wasserwerfern und Tränengas, wurden der Lage aber nicht richtig Herr. Über den Champs-Elysées kreisten Hubschrauber.

Sabine Rau, ARD Paris, zu den Beratungen des Sicherheitskabinetts
tagesschau 13:15 Uhr, 02.12.2018

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Macron verurteilt die Gewalt

Macron verurteilte die schweren Ausschreitungen scharf. "Ich werde immer Protest akzeptieren, ich werde immer der Opposition zuhören, aber ich werde nie Gewalt akzeptieren", sagte er während einer Rede beim G20-Gipfel in Buenos Aires. Wer so gewalttätig sei, wolle keine Veränderung, sondern nur Chaos. Nichts rechtfertige Angriffe auf die Polizei, Plünderung oder Vandalismus.

Auch Frankreichs Premierminister Édouard Philippe sprach von einer selten gesehenen Gewaltbereitschaft. Er sei schockiert.

Plünderungen in Paris

Mitarbeiter des ARD-Studios Paris schrieben auf Twitter, dass an mehreren Orten in der Stadt Feuer gelegt wurde. Die Bilder zeigen brennende Barrikaden und ausgebrannte Autos.

Ein Journalist der französischen Tageszeitung "Le Monde" twitterte Bilder von zerstörten und geplünderten Geschäften und Banken in Paris.

Unübersichtliche Lage

Anhänger der "Gelbwesten", die friedlich demonstrieren wollten, beklagten sich wiederum über die Härte der Polizei: "Ich bin seit acht Uhr hier und von dem Moment an haben die Spezialkräfte uns drangsaliert und mit Tränengas beschossen." Wegen der Polizeiabsperrungen sammelten sich immer mehr Demonstranten an den Zugangsstraßen zu den Champs-Elysées. Die Lage war großenteils unübersichtlich.

"Das ist unmöglich"

Seit nunmehr zwei Wochen halten die Proteste der "Gelbwesten" Frankreich in Atem. Sie fordern Steuersenkungen und eine Anhebung der Mindestlöhne und Renten. Und viele richten ihre Wut gegen Präsident Macron und seine wirtschaftsfreundlichen Reformen. Ein aufgebrachter Demonstrant auf den Champs-Elysées sagte: "Wir können nicht mehr leben, wir haben die Schnauze voll von dieser Regierung und von Macron, der uns getötet hat."

Die Proteste beschränkten sich nicht auf Paris. Im ganzen Land versammelten sich auch heute wieder "Gelbwesten". Sie blockierten Kreisverkehre und Einkaufszentren. Eine Frau im südfranzösischen Orange sagte: "Ich bin Kassiererin, ich verdiene 1500 Euro im Monat, 550 davon gehen für die Miete drauf, dann die Abgaben. Das ist unmöglich. Herr Macron, wir können nicht mehr."

Oft ist das Wort Revolution zu hören. Auch in Lyon gab es kleinere Ausschreitungen. Diese wurden von der Polizei aber unter Kontrolle gebracht.

1/6

Bilder - Gewaltsamer Protest der "Gelbwesten"

Brennende Autos in Paris

Gewaltbereite Demonstranten der "Gelbwesten"-Bewegung zündeten Baustellenmaterialien und Möbel vor Straßencafés an, stürzen Autos um und attackieren die Beamten immer wieder mit Wurfgeschossen. | Bildquelle: AFP

Neue Proteste der "Gelbwesten" in Paris
Martin Bohne, ARD Paris
01.12.2018 14:34 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Mit Informationen von Martin Bohne, ARD-Studio Paris

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 01. Dezember 2018 um 23:30 Uhr.

Darstellung: