Gelbwesten auf dem Place de l'Etoile beim Arc de Triomphe in Paris | Bildquelle: REUTERS

Protest der "Gelbwesten" Eskalation in Paris

Stand: 01.12.2018 18:57 Uhr

In Frankreich demonstrieren die "Gelbwesten" erneut gegen Präsident Macrons Politik. In Paris kam es zu heftigen Ausschreitungen. Zum Ärger derer, die friedlich demonstrieren wollen.

Von Martin Bohne, ARD-Studio Paris

Und wieder spielen sich Szenen der Gewalt auf den Champs-Elysées ab: Der Arc de Triomphe am Ende des Pariser Prachtboulvards ist seit dem frühen Vormittag ständig von Tränengasschwaden umhüllt. Viele Demonstranten in gelben Westen haben sich hier versammelt, die meisten mit Kapuze und vermummt. Der Innenminister spricht auf Twitter von 1500 gewaltbereiten Randalierern.

Sie zünden Straßencafés an, stürzen Autos um und attackieren die Beamten immer wieder mit Wurfgeschossen. Die Polizisten reagieren darauf mit Wasserwerfern und Tränengas, werden der Lage aber nicht richtig Herr. Über den Champs-Elysées kreisen Hubschrauber.

Frankreichs Premierminister Édouard Philippe sprach von einer selten gesehenen Gewaltbereitschaft. Er sei schockiert. Die Polizei geht derzeit von rund 5000 Demonstranten in Paris aus, schon mehr als 200 Personen wurden festgenommen. Nach Angaben der Polizei gibt es 65 verletzt, elf davon auf der Seite der Sicherheitskräfte.

Sabine Rau, ARD Paris, zu den Ausschreitungen in Paris
tagesschau 20:00 Uhr, 01.12.2018

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Die Lage ist unübersichtlich

Der Arc de Triomphe in Paris ist in Nebelschwaden gehüllt. | Bildquelle: AP
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Der Arc de Triomphe ist von Tränengasschwaden umhüllt.

Anhänger der "Gelbwesten", die friedlich demonstrieren wollen, beklagen sich wiederum über die Härte der Polizei: "Ich bin seit acht Uhr hier und von dem Moment an haben die Spezialkräfte uns drangsaliert und mit Tränengas beschossen." Die Lage ist unübersichtlich. Wegen der Polizeiabsperrungen sammeln sich immer mehr Demonstranten an den Zugangsstraßen zu den Champs-Elysées.

"Das ist unmöglich"

Seit nunmehr zwei Wochen halten die Proteste der "Gelbwesten" Frankreich in Atem. Sie fordern Steuersenkungen und eine Anhebung der Mindestlöhne und Renten. Und viele richten ihre Wut gegen Präsident Emmanuel Macron und seine wirtschaftsfreundlichen Reformen. So wie dieser aufgebrachte Demonstrant auf den Champs-Elysées: "Wir können nicht mehr leben, wir haben die Schnauze voll von dieser Regierung und von Macron, der uns getötet hat."

Gelbwesten in Tränengaswolken am Arc de Triomphe | Bildquelle: REUTERS
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Der Innenminister spricht von 1500 gewaltbereiten Randalierern.

Gelbwesten-Demonstrant vor brennenden Barrikaden | Bildquelle: AFP
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Einige errichteten Barrikaden und zündeten sie an.

Die Proteste beschränken sich nicht auf Paris. Im ganzen Land versammeln sich auch heute wieder Frauen und Männer in gelben Autowarnwesten, sie blockieren Kreisverkehre und Einkaufszentren. Viele sind seit seit dem Start der Bewegung der Gelben Westen am Samstag vor zwei Wochen auf dem Posten. Wie diese Frau im südfranzösischen Orange: "Ich bin Kassiererin, ich verdiene 1500 Euro im Monat, 550 davon gehen für die Miete drauf, dann die Abgaben. Das ist unmöglich. Herr Macron, wir können nicht mehr."

Oft ist das Wort Revolution zu hören. Im Unterschied zu Paris sind die Proteste in der Provinz aber bislang friedlich geblieben.

Neue Proteste der "Gelbwesten" in Paris
Martin Bohne, ARD Paris
01.12.2018 14:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 01. Dezember 2018 um 11:00 Uhr.

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