"Gelbwesten"-Proteste in Paris | Bildquelle: AFP

Proteste in Frankreich "Gelbwesten" warten auf Antworten Macrons

Stand: 09.12.2018 05:46 Uhr

In Frankreich gehen die "Gelbwesten"-Proteste in die vierte Woche, wieder gab es viele Verletzte und Festnahmen. Die Regierung setzt auf Abschreckung, sucht aber auch den Dialog - und kündigt Antworten des Präsidenten an.

Nach den neuen gewalttätigen Protesten in Paris und anderen Städten hat die französische Regierung eine Bilanz ihrer veränderten Strategie gezogen. Nach neuen offiziellen Angaben wurden mindestens 264 Menschen landesweit verletzt - darunter 39 Polizisten.

Das Innenministerium teilte mit, dass sich etwa 125.000 Menschen an den Demonstrationen am Samstag beteiligt hätten. Es gab demnach mehr als 1700 Festnahmen, 1220 Menschen wurden in Gewahrsam genommen. Innenminister Christophe Castaner erklärte, das starke Polizeiaufgebot bleibe auch heute im Einsatz.

Erneute Proteste der "Gelbwesten" in Frankreich
tagesthemen 23:25 Uhr, 08.12.2018, Mathias Werth. ARD Paris

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Ministerpräsident Edouard Philippe rief die Polizisten auf, wachsam zu bleiben, weil einige Demonstranten weiter durch Paris zögen. Gleichzeitig kündigte er die Fortsetzung des Dialogs mit den "Gelbwesten" an. "Der Dialog hat begonnen und muss fortgesetzt werden", sagte er am Abend nach den jüngsten Ausschreitungen in Paris und anderen Städten. Präsident Emmanuel Macron werde sich äußern "und Maßnahmen vorschlagen, die diesem Dialog Nahrung geben" sollen. Nähere Angaben machte Philippe nicht.

Macron äußerte sich lediglich auf Twitter. Er dankte der Polizei für ihren Einsatz.

Abschreckung und Härte

In Paris begannen nach den schweren Krawallen vom Samstag inzwischen die Aufräumarbeiten. Dort hatten sich nach offiziellen Angaben etwa 10.000 Demonstranten versammelt. Die meisten von ihnen protestierten friedlich, einige zerstörten jedoch Schaufenster, zündeten Fahrzeuge an und errichteten Barrikaden. Die Polizei verschoss den ganzen Tag über Tränengas und setzte Wasserwerfer ein.

Die Sicherheitskräfte setzten viel stärker als an den Wochenenden zuvor auf Abschreckung und Härte. Allein in der Hauptstadt waren ungefähr 8000 Polizisten im Einsatz. Bereits an vielen Zufahrtsstraßen und Bahnhöfen wurden Personen- und Gepäckkontrollen durchgeführt. Die Polizei beschlagnahmte beispielsweise Helme, Eisenkugeln und Hämmer.

Berittene Polizisten bereiten sich in Paris auf ihren Einsatz vor. | Bildquelle: AP
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In Paris wurde auch berittene Polizei gegen die "Gelbwesten" eingesetzt.

Die Gendarmerie hatte gepanzerte Fahrzeuge aus den Depots geholt und berittene Einheiten mobilisiert. Wo immer "Gelbwesten" Barrikaden errichteten oder Feuer legten, schritt die Polizei ein. Die Feuerwehr war zur Stelle, um Brände schnell zu löschen.

"Szenen des Chaos" in Paris

Möglicherweise verhinderte die Strategie der Härte schlimmere Krawalle wie am vergangenen Wochenende. Dennoch beklagte die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo "Szenen des Chaos" in ihrer Stadt. Opfer der Ausschreitungen seien vor allem die Händler, die Schäden seien "unermesslich". Viele Geschäfte und Sehenswürdigkeiten blieben am Samstag geschlossen. 

Protest von Gelbwesten in Paris | Bildquelle: AP
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Mehr als 100 Demonstranten wurden verletzt - so wie dieser Mann in Paris.

Proteste auch im Süden

Auch aus Marseille, Toulouse und Bordeaux wurden Krawalle gemeldet. Der Bürgermeister von Saint Etienne im Südosten des Landes kritisierte Macron dafür, dass er immer noch nicht ausführlich zu den Protesten der "Gelbwesten" Stellung bezogen hat. Das Schweigen verstärke die Ablehnung. "Macron trägt die direkte Verantwortung für das Geschehen", sagte Gael Perdriau, der den Konservativen angehört.

Die Demonstranten, die als Erkennungszeichen gelbe Warnwesten tragen, protestieren gegen hohe Lebenshaltungskosten und Macrons Steuerpolitik. Viele von ihnen fordern den Rücktritt des Präsidenten. Am vergangenen Samstag war es in Paris zu den schwersten Ausschreitungen seit den Studentenprotesten 1968 gekommen. Es ist bereits das vierte Wochenende in Folge, an dem die Bewegung in Frankreich massiv auf die Straße geht.

Mit Informationen von Barbara Kostolnik und Martin Bohne, ARD-Studio Paris

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Dezember 2018 um 05:17 Uhr.

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