Ausschreitungen in Paris in der Nähe der Champs Elysees in Paris | Bildquelle: AFP

Frankreich "Gelbwesten"-Protest eskaliert

Stand: 08.12.2018 16:39 Uhr

In Paris brennen Barrikaden. Die Polizei setzt Tränengas und Wasserwerfer gegen gewaltbereite Demonstranten ein. Im Gegensatz zum vergangenen Wochenende greift sie hart durch und meldet bereits 1000 Festnahmen.

Es ist der vierte Samstag in Folge, an dem in ganz Frankreich "Gelbwesten" zu Protesten auf die Straßen gehen: Heute seien es landesweit bis zum Mittag rund 31.000 gewesen, berichtete der Sender France Info unter Berufung auf das Innenministerium - davon 8000 in der Hauptstadt Paris. Dort kam es auch zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei. Auf den Champs Elysées wurden Böller gezündet, Mülleimer brannten, Barrikaden wurden errichtet.

Das sonst an den Adventssamstagen so belebte Pariser Zentrum gleicht einer Geisterstadt: Der Eiffelturm, der Louvre und viele andere Sehenswürdigkeiten und Museen sind geschlossen. Kaufhäuser wie die Galeries Lafayette und Printemps haben ihre Schaufenster verrammelt. Trotzdem versuchten mehrere Demonstranten, das Luxuskaufhaus Publicis in Brand zu stecken, wie AFP-Reporter berichteten. Die Polizei drängte die Demonstranten unter Einsatz von Tränengas ab.

Erneut Zusammenstöße zwischen "Gelbwesten" und Polizei in Frankreich
tagesschau 20:00 Uhr, 08.12.2018, Mathias Werth. ARD Paris

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"Waffen, Hammer, Gasmasken"

Im ganzen Land habe es laut Polizeikreisen bislang fast 1000 Festnahmen gegeben, die meisten davon in Paris. "Wir finden potentielle Waffen, Hammer, Gasmasken, die perfekte Grundausstattung für Randalierer", sagte die Sprecherin der Pariser Polizeipräfektion.

Auch zahlreiche Autobahnen im Land wurden bei dem Protest erneut blockiert. Die Polizei kontrollierte bis zum frühen Nachmittag nach eigenen Angaben mehr als 5000 Menschen auf den großen Verkehrsachsen und an Mautstellen.

Über Paris steigt während der "Geldwesten"-Proteste eine Rauchwolke auf. | Bildquelle: AFP
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In Paris brennen Autos und Barrikaden.

Protest auch in Belgien und den Niederlanden

Allein in Paris werden nach Angaben der Regierung 8000 Polizisten eingesetzt, landesweit wurden etwa 89.000 Sicherheitskräfte mobilisiert. Sie sollen schwere Ausschreitungen wie am vergangenen Samstag verhindern. Erstmals seit 2005 sind speziell gepanzerte Fahrzeuge im Einsatz, die Barrikaden durchbrechen können.

Die Protestbewegung "Gelbe Westen" fordert unter anderem Steuersenkungen. Ihre Wut richtet sich aber auch gegen Präsident Emmanuel Macron und dessen Reformpolitik. Auch in Belgien und in kleinerem Umfang in den Niederlanden gab es Protestaktionen.

In der belgischen Hauptstadt Brüssel hatten die Proteste zunächst friedlich begonnen, am Nachmittag aber eskalierte die Gewalt. Krawalle gab es vor allem an den Zugängen zum Europaviertel, das von der Polizei mit einem Großaufgebot abgeriegelt worden war. Steine und Feuerwerkskörper flogen. Die Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer und Tränengas ein. Laut Polizei wurden bisher mehr als Hundert Demonstranten vorläufig festgenommen.

Mit Informationen von Martin Bohne, ARD-Studio Paris und Stephan Überbach, ARD-Studio Brüssel

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 08. Dezember 2018 um 15:00 Uhr.

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